Pinterest blockiert die Suche zu Informationen über Impfungen

Die Betreiber der Plattform Pinterest haben sich zu einem rabiaten Schritt entschlossen. Wer dort nach Informationen rund um Impfungen sucht, bekommt keine Suchergebnisse mehr angezeigt.

Gegenüber dem Wall Street Journal haben die Betreiber von Pinterest an, dass es sich um einen absichtlich gesetzten Filter bei den plattformeigenen Suchergebnissen handelt. Der Grund dafür ist, dass in den USA die Zahl der Impfgegner aufgrund der Verbreitung von Fehlinformationen rasant steigt.

Eltern informieren sich über Social Networks über Impfungen

In den USA sind nach jüngsten Erhebungen rund 38 Prozent aller Väter und sogar 80 Prozent aller Mütter auf Pinterest aktiv. Sie holen sich dort Anregungen der verschiedensten Art von Beauty-Tipps für Kinder bis hin zu Ernährungstipps. Aber auch über die Vorteile und Risiken von Schutzimpfungen werden bevorzugt dort und in den anderen Social Networks Informationen gesucht. Das wurde in den letzten Monaten von den Impfgegnern ausgenutzt. Dafür werden bei Pinterest sowie bei Facebook gezielt Fehlinformationen veröffentlicht. Dadurch steigt die Zahl der Impfgegner auch bei den Präparaten, die nachweisbar als sicher gelten.

Von der WHO wird die Erhöhung der Zahl der Impfgegner als eine der wichtigsten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen in der ganzen Welt eingeschätzt. Welche Folgen die Verweigerung notwendiger Schutzimpfungen haben kann, zeigen allein schon die im vergangenen Jahr sowohl in den USA als auch in Deutschland registrierten Ausbrüche der Masern. Allein im Jahr 2017 starben in Europa mehr als 70 Kinder an den Folgen der Masern.

Andere Social Networks sollen dem Beispiel von Pinterest folgen

Von den medizinischen Wissenschaftlern der Universitäten wird der ungewöhnliche Schritt von Pinterest begrüßt. Eltern sollten ausschließlich zutreffende Informationen zu Impfungen erhalten und nicht mit Fehlinformationen verunsichert werden. Ein Abgeordneter aus Kalifornien hat inzwischen Mark Zuckerberg und Sundar Pichai offiziell dazu aufgefordert, ähnliche Schritte einzuleiten. Vom Facebook-Chef Mark Zuckerberg liegt bereits eine Reaktion vor. Danach soll es bei Facebook Änderungen geben, durch welche Fehlinformationen zu Impfungen ebenfalls von der Plattform entfernt werden sollen. Bei YouTube wurde zumindest bereits ein Verbot der Werbung für Videos mit Falschinformationen zu Impfungen verhängt. Außerdem will Google als Betreiber von YouTube die Algorithmen weiter verbessern, die Verstöße gegen die verschärften Werberichtlinien finden. Bei Twitter soll es nach einem offiziellen Statement dagegen keine besonderen Maßnahmen geben. Das Unternehmen sieht sich „nicht als Schiedsrichter bei der Wahrheitsfindung“.

Quelle: Wall Street Journal, Pinterest