Parkplatznotstand in Dresdener Innenstadt könnte noch schlimmer werden

Seit Mitte Mai 2017 gibt es im Stadtrat von Dresden Bestrebungen, deren Umsetzung den herrschenden Parkplatzmangel in der Innenstadt noch weiter verschärfen wird. In der Elbmetropole gibt es einige Parkflächen, deren Nutzung von der Stadtverwaltung bisher stillschweigend geduldet wurde. Dass soll sich nach den jüngsten Plänen ändern. Aktuell betroffen ist der Parkplatz am „Blauen Wunder“, der derzeit durch Baumaßnahmen am Elbe-Radweg gesperrt ist. Wie seine künftige Nutzung aussehen könnte, will der Stadtrat erst nach dem Vorliegen des bereits seit längerer Zeit erwarteten Parkraumbewirtschaftungskonzepts endgültig entscheiden.

Stadtrat vollzieht damit eine Kehrtwende

Bis vor einiger Zeit hatten sich der Stadtrat Dresden noch darum bemüht, eine Genehmigung dafür zu bekommen, diese Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszulösen und als regulären Parkplatz auszubauen. Doch diesen Plänen stehen nach Aussagen des Baubürgermeisters der Stadt rechtliche Hindernisse entgegen. Raoul Schmidt-Lamontain sieht die Hindernisse vor allem in der Tatsache, dass sich das Parkhaus Blasewitz in der Nähe befindet. Dessen Kapazitäten reichen aber zur Deckung des Bedarfs an Parkplätzen nicht aus. Das zeigt sich hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Wochenmarkt, der am „Blauen Wunder“ jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag stattfindet. Dabei wird der Bereich auch als Abstellfläche für die Lieferwagen der Markthändler genutzt.

Gastronomen laufen Sturm gegen die geplante Sperrung

Direkt am „Blauen Wunder“ finden sich an beiden Elbufern Gaststätten. Die Gastronomen befürchten einen massiven Einbruch der Gästezahlen für den Fall, dass die umstrittene Fläche nicht mehr als Parkplatz genutzt werden kann. Sie sind der Meinung, dass das Parkhaus Blasewitz für Senioren und Familien mit Kindern zu weit entfernt ist. Dabei haben sie ein weiteres zugkräftiges Argument. Die Stadtverwaltung begründet ihren Richtungswechsel mit angeblich hohen Unfallzahlen und dem erhöhten Risiko von Brückenschäden durch Autobrände auf der „wilden“ Parkfläche. Doch die tatsächlichen Statistiken besagen, dass dort mit 1,6 Unfällen pro Jahr kein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Jacob Roelke führt eines der Restaurants am „Blauen Wunder“ bereits seit zwei Jahrzehnten und hat in dieser Zeit noch kein brennendes Auto auf der bisher geduldeten Parkfläche gesehen.

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten