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Neue Informationen zur Insolvenz der Prokon GmbH

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass es den Unternehmen, die sich im Bereich erneuerbare Energien engagieren, gut geht. Dazu gehört auch die Prokon Regenerative Energie GmbH. Nach gigantischen Verlusten in Höhe von fast 129 Millionen Euro im Jahr 2012 wird die auf Windenergie spezialisierte Gesellschaft jetzt abgewickelt.

Anleger müssen bei der Prokon Insolvenz große Verluste schlucken

Dietmar Penzlin, der Insolvenzverwalter der Prokon GmbH, teilte der Presse am 2. Mai 2014 mit, dass den Anlegern Verluste zwischen vierzig und siebzig Prozent drohen. Wie hoch die Verluste konkret werden, kann auch der Insolvenzverwalter derzeit nicht genau beziffern. Ursache ist der Fakt, dass die Prokon zahlreiche Vermögensgegenstände besitzt, die nichts mit der Windenergie zu tun haben. Deren Bewertung ist aktuell noch nicht abgeschlossen.

Wie geht es für die Investoren der Prokon GmbH weiter?

Der Insolvenzverwalter kündigte an, dass die Investoren nach dem jetzigen Zeitplan die Formulare für die Anmeldung ihrer Forderungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens bis Mitte Juli 2014 bekommen sollen. Als Frist zur Anmeldung bemannte Dietmar Penzlin den 15. September 2014. Die erste Gläubigerversammlung findet am 22. Juli 2014 in Hamburg statt. Die ersten Auszahlungen an die Investoren erwartet der Insolvenzverwalter frühestens für das Jahr 2015. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hält diesen Termin für unrealistisch.

Wissenswerte Zahlen rund um die Prokon GmbH

Das norddeutsche Unternehmen wurde im Jahr 1995 gegründet. Bis zur Insolvenzanmeldung konnte die Prokon GmbH insgesamt rund 74.000 Investoren gewinnen, die dem Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen 1,44 Milliarden Euro zur Verfügung stellten. Bei der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich um private Investoren. Derzeit sind noch 450 Mitarbeiter bei der Prokon GmbH beschäftigt. Nach den Plänen des Insolvenzverwalters soll das Kerngeschäft erhalten bleiben, was für rund 300 Mitarbeiter eine Fortführung ihrer Arbeitsverträge bedeuten würde.

Der mittlerweile ehemalige Geschäftsführer der Prokon GmbH, Carsten Rodbertus, hatte noch im Frühjahr 2014 versucht, über die Gründung einer Genossenschaft Teile der Windkraftanlagen zu übernehmen. Durch das Amtsgericht Itzehoe wurde das mit einem Verfügungsverbot verhindert. Bereits seit einem reichlichen Jahr läuft gegen Carsten Rodbertus ein Ermittlungsverfahren mit dem Vorwurf der Korruption, der Insolvenzverschleppung und des Betrugs.