Nach Dammbruch: Bergbaukonzern Vale muss für Schäden aufkommen

Vor sechs Monaten kam es an einer Eisenerzmine in Brasilien zu einem Dammbruch. Über 200 Menschen starben bei dem Unglück, massive Umweltschäden sind ebenfalls entstanden. Jetzt hat ein Gericht den verantwortlichen Bergbaukonzern Vale verurteilt, die Schäden zu begleichen.

Der Dammbruch im ostbrasilianischen Brumadinho hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Ein Richter im Bundesstaat Minas Gerais ordnete nun an, dass der Bergbaukonzern Vale als Wiedergutmachung für die entstandenen Schäden aufkommen müsse. Allerdings legte er zunächst keine konkrete Schadenssumme fest, da diese noch nicht beziffert werden könne.

Dammbruch führte zu massiven Umweltschäden

Der Richter Elton Pupo Nogueira erklärte im Urteil, dass es nicht alleine um die Todesopfer der Katastrophe ginge, sondern ebenso um die Umweltschäden, die durch den Dammbruch entstanden seien. Gleichzeitig habe der Dammbruch die wirtschaftlichen Aktivitäten der Region geschädigt. Das Gericht ordnete an, dass Vale elf Milliarden Reais, umgerechnet etwa 2,6 Milliarden Euro für die Begleichung der Schäden in der Zukunft einfrieren solle.

Am war der Damm eines Rückhaltebeckens für Bergbauabfälle an der Mine Córrego do Feijao geborsten. Daraufhin ergossen sich Millionen Tonnen von Schlamm über die gesamte Umgebung des Bergwerks. Etliche Häuser, Autos und Straßen wurden vom Schlamm begraben. 248 Menschen kamen ums Leben, 22 weitere werden nach wie vor vermisst. Die flüssige Masse ist mit Schwermetallen durchsetzt gewesen und gelangte auch in den angrenzenden Fluss Paraopeba.

Bergbaukonzern Vale zeigte sich kooperativ

Der Bergbaukonzern Vale hatte sich in den Verhandlungen kooperativ gezeigt. Der Konzern wollte „rasch und gerecht“ für die Begleichung der Schäden aufkommen. Dies habe man im Verfahren anerkannt.

Nachdem es zum Dammbruch in Brasilien kam, geriet auch der deutsche TÜV Süd in die Kritik. Denn das Zertifizierungsunternehmen hatte den Damm noch im September 2018 im Auftrag von Vale geprüft und ihn für sicher erklärt, obwohl mehrere Wartungsempfehlungen ausgesprochen wurden.

Quelle: dpa