Mops mit Gendefekt: Besitzer erstreiten 2.000 Euro

Vor dem Oberlandesgericht München landete jetzt ein außergewöhnlicher Fall: Die Besitzer von Mopsdame „Ronja“ erstritten insgesamt 2.000 Euro von deren Züchterin, wie aus dem Urteil mit Aktenzeichen 33 O 109/15 hervorgeht.

Gendefekt PDE bei Mopszüchtern gefürchtet

Vor Gericht trafen sich die Mopsbesitzer Marlies und Jürgen Pflaum, die die kleine Mopsdame „Ronja“ im Sommer 2012 bei deren Züchterin aus der Nähe von Ingolstadt gekauft hatten. Die Besitzer aus dem fränkischen Ostheim vor der Rhön konnten zum damaligen Zeitpunkt, ebenso wenig wie „Ronjas“ Züchterin, eine Krankheit erkennen.

Allerdings litt die Hündin bereits ab dem zweiten Lebensjahr unter epileptischen Anfällen. Diese wurden durch Pug Dog Encephalitis (PDE) ausgelöst. Diese Erkrankung ist unter Mopszüchtern massiv gefürchtet. Es handelt sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei dieser entzünden sich die Hirnhäute und Nervengewebe stirbt ab. Infolge des Gendefekts wurde die Hündin auf einem Auge blind und lief schlecht.

Im November 2017 verstarb die Hündin schließlich nach jahrelanger Krankheit. Wie die Besitzer angaben, seien bis dato 22.000 Euro an Kosten für die tierärztliche Behandlung und die Medikamente aufgelaufen. Sie forderten deshalb eine Teilerstattung des Kaufpreises sowie die Übernahme der tierärztlichen Behandlungskosten.

Züchterisches Fehlverhalten für Gendefekt verantwortlich?

Die Besitzer sind der festen Überzeugung, dass sich „Ronjas“ Erkrankung auf züchterisches Fehlverhalten zurückführen lässt. Sie gaben an, dass „Ronjas“ Mutter viel zu früh und zu häufig gedeckt wurde. Außerdem habe ihre Züchterin die Elterntiere nicht auf PDE testen lassen.

In erster Instanz hatte das Landgericht Ingolstadt den Mops-Besitzern 1.400 Euro, also die Hälfte des Kaufpreises, als Rückerstattung zugestanden. Dagegen legten allerdings beide Parteien Berufung ein. Vor dem Oberlandesgericht München einigte man sich jetzt auf eine Kaufpreis-Rückerstattung von 2.000 Euro.

Quelle: dpa