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Lichterketten oft gefährlich

Die Vorweihnachtszeit ist untrennbar mit zahlreichen Lichterketten verbunden. Nicht nur der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer wird damit geschmückt, sondern auch die Tanne im Garten oder der Balkonkasten. Viele Verbraucher setzen dabei auf die seit Jahren in Gebrauch befindlichen Lichterketten – die haben sich schließlich bestens bewährt.

Doch genau vor diesen gebrauchten Lichterketten warnt jetzt der TÜV Rheinland. Generell sollten die alten Lichterketten, bevor sie an den Strom angeschlossen werden, auf Beschädigungen geprüft werden. Es gibt zwar kein Verfallsdatum für Lichterketten, erklärt Pressesprecher Ralf Diekmann, erfahrungsgemäß sind diese aber nur für eine recht kurze Lebensdauer konstruiert. Daher können Lichterketten recht schnell kaputt gehen. Da aber nun zwei Drittel der im Gebrauch befindlichen Lichterketten schon seit mehreren Jahren verwendet werden, ist die Gefahr groß. Lämpchen fehlen oder die Lichterketten sind anderweitig defekt. Daher raten Experten hier immer wieder zur Vorsicht, denn auch wenn es meist nur ein Stecker ist, so hantieren die Verbraucher hier doch mit Strom.

Unsichere Lichterketten nicht immer gebraucht

Wer jetzt meint, dass er dann besser eine neue Lichterkette kauft, um jedem Risiko aus dem Weg zu gehen, kann aber auch nicht auf Entwarnung hoffen. Schon vor zwei Jahren überprüfte der TÜV Rheinland mehr als 50 Lichterketten, die im Handel angeboten wurden – mit erschreckendem Ergebnis. Gut 70 Prozent der Lichterketten haben nicht einmal die Mindestanforderungen, die EU-weit gelten, erfüllt. Sie hätten so eigentlich gar nicht verkauft werden dürfen.

Fast jede fünfte Kette wies ein erhöhtes Risiko für Stromschläge oder Verbrennungen auf, so Diekmann. Als Beispiel führt er eine Kette an, die für den Innen- und Außenbereich zugelassen war, aber nicht einmal über eine Abdichtung verfügte. Andere Lichterketten erreichten im Betrieb Temperaturen von 300 Grad Celsius, die mit hohen Brandgefahren einhergehen.

LED-Lichterketten die bessere Wahl?

Da stellt sich die Frage, ob nicht LED-Lichterketten, die sich ohnehin schon seit Jahren verstärkt auf dem weihnachtlichen Lichtermarkt durchsetzen, die bessere Wahl seien. Schließlich sind sie bekannt für eine geringe Wärmeentwicklung. Und tatsächlich versprechen die LED-Lichterketten wesentlich mehr Sicherheit. Durch einen Transformator wird nämlich die Stromspannung von 230 auf 12 bis 24 Volt reduziert. Damit ist die Gefahr des gefährlichen Stromschlags gebannt.

Ein weiterer, nicht zu verachtender Vorteil von LED-Lichterketten ist der Stromverbrauch. Der liegt nämlich bis zu 90 Prozent unter dem von herkömmlichen Lichterketten. Wer den Stromzähler in der Vorweihnachtszeit einmal genauer betrachtet, wird schnell feststellen, dass hier hohe Einsparungen möglich sind. Am Beispiel bedeutet das:

35 Tage Betriebsdauer
Preis/kWh = 0,30 Euro
Stromverbrauch für
100er-Minilichterkette mit Glühlämpchen (35 Watt) = 3,67 Euro (6,4 Watt) = 0,67 Euro

Alleine in dieser kurzen Zeit von etwas über einem Monat und bei zehnstündiger Betriebsdauer macht der Unterschied schon drei Euro aus.

Wird jetzt ein Lichtschlauch mit zehn Metern Länge verwendet, kommt man auf einen Stromverbrauch von 16,80 Euro über die Adventszeit, beim LED-Lichtschlauch dagegen nur auf 1,51 Euro.

Was sollten Sie bei Lichterketten beachten?

Daher beachten Sie folgende Tipps, wenn Sie Lichterketten kaufen und einschalten wollen:

  • Achten Sie auf das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ = unabhängige Überprüfung.
  • CE-Zeichen bestätigen lediglich, dass die EU-Normen eingehalten werden.
  • Lichterketten mit Transformator zur Spannungsverringerung verwenden.
  • LED-Lichterketten für weniger Gefahr, längere Lebensdauer und günstigere Strompreise nutzen.
  • Beachten Sie alle Sicherheits- und Gebrauchshinweise penibel.
  • Verwenden Sie Lichterketten für den Innenraum nie im Freien. Outdoor-taugliche Lichterketten erkennen Sie an der Kennzeichnung mit der Schutzklasse IP 44.
  • Entsorgen Sie defekte Lichterketten sofort, damit Sie sie nicht versehentlich im kommenden Jahr nochmals verwenden.
  • Tauschen Sie defekte Lämpchen sofort aus, sonst erwärmen sich die übrigen Lämpchen zu stark (Ausnahme: LED-Lichterkette).
  • Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zu leicht entflammbaren Gegenständen, wie Strohsternen, trockenen Weihnachtsbäumen und Co.

Quelle: WDR