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Kommunale Schulden in Deutschland deutlich gestiegen

Statistic Graphs

Die Bewältigung der aktuellen Krisensituation machen auch kommunale Schulden sehr schwierig. Aktuelle Zahlen zeigen, wie angespannt die Lage derzeit ist.

Viele Menschen dürften sich darüber gewundert haben, dass sich einige deutsche Bundesländer so lange gegen einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket gewehrt haben. Dabei liegen die Ursachen klar auf der Hand. Zu den Gründen gehören auch kommunale Schulden, die zur Bewältigung der Folgen der Coronakrise angehäuft wurden. Sie begrenzen den finanziellen Spielraum der Kommunen und Bundesländer erheblich. Zudem leiden die Kommunen auch selbst unter der hohen Inflationsrate, die in erster Linie von drastisch erhöhten Energiepreisen angetrieben wird.

Kommunale Schulden pro Kopf weisen regionale Unterschiede auf

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Betrag bei den kommunalen Schulden im nicht-öffentlichen Bereich lag nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts zum Jahresende 2021 bei rund 3.900 Euro. Einige Bundesländer liegen teils sehr deutlich über diesem Wert. Negativer Spitzenreiter ist das Saarland, wo die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung zum Stichtag bei 6.120 Euro lag. Die weiteren Negativränge belegten Hessen mit 5.310 Euro und Rheinland-Pfalz mit 4.690 Euro. Kurioserweise ist die kommunale Verschuldung in einigen Regionen wesentlich niedriger, die an sich als Problembereiche gelten. Ein Beispiel ist Brandenburg, wo die Pro-Kopf Summe der kommunalen Verschuldung zum Jahresende 2021 bei 2.540 Euro lag. Vergleichsweise gute Werte wurden auch aus Sachsen, Bayern und Schleswig-Holstein gemeldet.

Gegensätzliche Trends bei der Entwicklung der kommunalen Verschuldung

Insgesamt wuchs das Schuldenvolumen der Kommunen vom Jahresende 2020 zum Jahresende 2021 bundesweit um 4,1 Prozent. Dabei spielten Beteiligungen an Unternehmen., Einrichtungen und Fonds die bedeutendste Rolle. Hier lag der Anstieg bei einer separaten Betrachtung sogar um 7,8 Prozent. Einige Bundesländer konnten die Verschuldung verringern. Im Saarland gelang eine Reduzierung um 4,1 Prozent. Besonders interessant ist die Entwicklung in Rheinland-Pfalz. Die Verschuldungsquote einiger Kommunen litt unter den Folgen der Flut im Ahrtal. Auf Länderebene konnte dieser Effekt durch gestiegene Einnahmen bei der Gewerbesteuer in anderen Kommunen kompensiert werden, sodass insgesamt eine Reduzierung der kommunalen Schulden um 2,5 Prozent zu Buche schlug. Auch Brandenburg punktete mit einem Schuldenabbau in Höhe von 1,5 Prozent. Negative Spitzenreiter beim Anstieg der Verschuldung waren Niedersachsen mit einem Zuwachs von 15,9 Prozent und Baden-Württemberg mit 13,9 Prozent. Aber auch hier gab es eine Besonderheit, denn die erhöhten Schulden entstanden durch kommunale Beteiligungen bei Energieversorgern.

Quelle: Statistisches Bundesamt