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Klimawandel: Im Pazifik sammeln sich warme Wassermassen

Die punktuell erhöhte Ansammlung warmer Wassermassen im Pazifik gab es schon einmal. Damals tauften die Wissenschaftler das Phänomen auf den Namen „The Blob“. 2019 gibt es erneut Anzeichen für einen gigantischen Blob.

Die Hinweise auf The Blob 2019 haben Wissenschaftler eines Forschungszentrums der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) gefunden. Sie befürchten, dass die warmen Wassermassen im Pazifik in diesem Jahr noch umfangreichere Schäden als in den Jahren 2014 und 2015 anrichten könnten. Damals kam es in Hawaii und an der US-Westküste zu einer überschießenden Blüte giftiger Algen und zu massivem Sterben von Lachsen und Seelöwenbabys.

Welches Ausmaß hat The Blob aktuell?

Noch steht nicht ganz fest, wie die Folgen von The Blob 2019 ausfallen werden. Fakt ist jedoch, dass das überdurchschnittlich warme Wasser des Pazifiks inzwischen bereits eine Fläche von fast 11 Millionen Quadratkilometern bedeckt. Die hohen Wassertemperaturen fanden die Forscher der NOAA im Nordosten des Pazifiks. Der „Warmwasserklumpen“ erstreckt sich von Alaska bis nach Südkalifornien und im Westen bis nach Hawaii. Sollte er von Dauer sein, fallen die Auswirkungen wesentlich schlimmer als in den Jahren 2014 und 2015 aus. Der Grund dafür ist, dass die Wassertemperaturen großflächig deutlich höher als damals über dem normalen Schnitt liegen. In den letzten Tagen lagen sie bei einem Plus von bis zu drei Grad Celsius. Damals reichten die warmen Wassermassen durchschnittlich bis in eine Tiefe von 200 Metern und stellenweise bis auf mehr als 500 Meter Tiefe. Aktuell wird eine durchschnittliche Tiefe der Warmwasserfluten von etwa 50 Metern gemessen. Wie sich die Risikolage entwickelt, hängt vom Wettergeschehen in den nächsten Tagen und Wochen ab. Dennoch ist die Lage beunruhigend, denn es ist das zweitgrößte Ereignis dieser Art in den letzten vier Jahrzehnten.

Ist The Blob eine Folge des vom Menschen verursachten Klimawandels?

Momentan sind sich die Wissenschaftler bei dieser Frage nicht ganz einig. Allerdings scheint bereits festzustehen, dass der Klimawandel das Ausmaß dieses Phänomens verstärkt. Die globale Erwärmung hat dazu geführt, dass der Pazifik in der betroffenen Region insgesamt um etwa ein Grad Celsius wärmer geworden ist. Die Hauptursachen liegen jedoch woanders. Verantwortlich für die Bildung eines solchen Hotspots von warmem Wasser sind standortstabile Tiefdruckgebiete. Sie gehen mit einer Verringerung des Winds einher, der dadurch nicht so viel Wärme aus den Pazifikfluten abnehmen und weitertragen kann. Derzeit gibt es ein solches standortstabiles Tiefdruckgebiet über dem nördlichen Pazifik. Bisher profitierten die Küsten noch von den Meeresströmungen, die kaltes Wasser aus größeren Tiefen an den Küsten nach oben drücken. Doch diese Strömungen lassen im Herbst nach. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits im US-Bundesstaat Washington. In den südlicheren Regionen lassen die Kaltwasserströme mit einer zeitlichen Verzögerung nach.

Quelle: NOAA