Klimaschutz: Viele Waldbrände in Indonesien wurden gezielt gelegt

Die EU-Länder streiten sich über eine Verschärfung der Klimaschutzziele. Dieses Ziel wäre gut, bringt aber nichts, wenn nicht zeitgleich auch in anderen Ländern gehandelt wird. Ein Beispiel sind die verheerenden Waldbrände in Indonesien.

Viele der Waldbrände in Indonesien gehen nicht auf das Konto der Folgen des Klimawandels. In den letzten Monaten loderten dort weit über 2.000 Waldbrände. Sie haben bisher allein im Jahr 2019 Wälder auf einer Fläche von rund 300.000 Hektar vernichtet. Großen Teile der verbrannten Flächen wurden Opfer von gezielten Brandstiftungen.

In Indonesien läuft eine Umweltkatastrophe mit gigantischem Ausmaß

In den Jahren 2015 bis 2018 fielen in Indonesien insgesamt Bäume auf einer Fläche von rund 3,4 Millionen Hektar Waldbränden zum Opfer. Die mit Abstand größten Waldflächen wurden mit rund 2,6 Millionen Hektar im Jahr 2015 vernichtet. Die davon ausgehenden Schadstoffbelastungen der Luft kostete mehr als 100.000 Menschen durch Atemwegserkrankungen Lebenszeit. Diese Zahl gibt Greenpeace unter Berufung auf eine dazu durchgeführte Studie an. Von den Rauchgasen der Waldbrände der letzten Wochen in Indonesien sind weit über 900.000 Menschen betroffen. Das zeigen offizielle Zahlen des indonesischen Katastrophenschutzes. Welche Auswirkungen die gigantische Vernichtung von Waldflächen auf die Entwicklung des globalen Klimas hat, lässt sich derzeit noch nicht genau einschätzen.

Strafverfolgung der Brandstifter in Indonesien läuft schleppend

Eigentlich hatte die indonesische Regierung 2015 versprochen, mit aller gesetzlich möglichen Härte gegen die Brandstifter vorzugehen. Doch die Realität sieht anders aus. Die meisten gezielt gelegten Waldbrände gehen auf das Konto der Palmölkonzerne. Harte Strafen gab es bisher nur in wenigen Ausnahmefällen. Die zehn Palmölkonzerne, die absichtlich von 2015 bis 2018 von allen in der Branche tätigen Unternehmen die größten Waldflächen verbrannt haben, wurden bisher nicht mit Sanktionen belegt. In einigen Fällen wurden zwar Entschädigungsverfügungen verhängt, aber bis heute nicht realisiert. Von der Verhängung von Nutzungssperren für betroffene Gebiete macht die indonesische Regierung bisher kaum Gebrauch. Insgesamt gab es von 2015 bis 2018 gerade einmal elf Anträge für eine strafrechtliche Verfolgung der Brandstifter. Das ist angesichts von 300 verdächtigen Personen der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“.

Quelle: Greenpeace