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Klimakatastrophe: Waldflächen im Amazonasgebiet nehmen rapide ab

Weltkugel mit Baum

Die Entwaldung im Amazonasgebiet zeigt immer größere Ausmaße. Das beweisen Zahlen, die offiziell von der Bundesregierung benannt wurden.

Die Zahlen zum Verlust von Waldflächen im Amazonasgebiet nannte die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen. Dort standen die in Deutschland im Holzhandel durchgeführten Kontrollen sowie die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen illegale Importe im Fokus.

Wie schnell schwinden in der Amazonasregion die Waldflächen?

Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass im letzten Jahrzehnt immer größere Waldflächen pro Jahr im Amazonasgebiet gerodet wurden. Im Jahr 2015 umfassten die Waldverluste eine Fläche von 6207 Quadratkilometer. Im Jahr 2019 schrumpften die mit Wäldern bedeckten Flächen im Norden Brasiliens um 10219 Quadratkilometer. Die bisherigen Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Waldschwund im laufenden Jahr ähnlich umfangreich ausfallen wird. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. In der brasilianischen Region Cerrado entspannt sich die die Lage bei der Entwaldung. 2015 erfolgte dort noch ein Kahlschlag auf einer Fläche von 11.675 Quadratkilometern. Im Jahr 2019 umfasste der Waldschwund in Cerrado ein 6483 Quadratkilometer großes Areal. Verantwortlich für den Kahlschlag sind nicht nur Umweltkatastrophen, Auswirkungen des Klimawandels und der legale Holzhandel. Dazu tragen auch einige kriminelle Subjekte bei, die Holz aus dem Amazonasgebiet illegal nach Europa exportieren. Deutschland hat darauf bereits reagiert und seit Jahresbeginn die Kontrollen von Holzlieferungen aus Brasilien deutlich verschärft. Außerdem wurde bereits 2018 der prozentuale Anteil der detaillierten Prüfungen brasilianischer Lieferungen erhöht. Inzwischen nimmt Deutschland bei der Häufigkeit der Kontrollen nach den EUTR- und UNEP-Richtlinien aktuell den Spitzenplatz ein.

Woher kommen die meisten illegalen Holzlieferungen?

Die Bundesregierung gibt in ihrer Antwort an, dass etwa 2 bis 5 Prozent aller Holzimporte in Deutschland aus illegalen Quellen stammen könnten. In der gesamten Europäischen Union ist der Anteil mit 3 bis 6 Prozent minimal höher. Das klingt erst einmal wenig, doch ein Blick auf die Menge des gelieferten Holzes zeigt das erschreckende Ausmaß. In der gesamten EU könnten pro Jahr bis zu 34 Millionen Kubikmetern aus nicht legalen Quellen kommen. Sie sind Schätzungen zufolge auch der Ursprung für bis zu 5,2 Millionen Kubikmeter nach Deutschland importiertes Holz. Nach den Hinweisen der Bundesregierung sitzen die Hauptakteure dieser Lieferungen nicht in Brasilien. Die größten Anteile der illegalen Holzlieferungen kommen aus Afrika (Kongo) und Russland. Dabei spielen auch importierte Holzmöbel eine wichtige Rolle. Dort gibt es derzeit in den EUTR-Regelungen noch Lücken bei der Nachweispflicht für die Herkunft des verwendeten Holzes.

Waldverluste forcieren den Klimawandel

Ausgedehnte Wälder und insbesondere Regenwälder wie im Amazonasgebiet von Brasilien sind als ausgleichende Faktoren des Klimas unverzichtbar. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der als CO2-neutral gilt. Allerdings verliert es diesen Vorteil, wenn nach der Rodung keine ausreichende Wiederaufforstung erfolgt. Genau das ist in Brasilien bei den illegalen Rodungen nicht der Fall. Zu den dadurch fehlenden Waldflächen kommen Regionen, in denen die Bäume gigantischen Feuerwalzen zum Opfer fallen. Beispiele dafür finden sich aktuell in Kalifornien. Dort hat sich ein einziger brennender Komplex (August Complex Fire) mittlerweile auf ein Areal von 3500 Quadratkilometern ausgeweitet. Ein weiteres Wachstum ist sehr wahrscheinlich, denn die dortigen Feuerwehren hatten zu Wochenbeginn gerade einmal knapp die Hälfte der Feuerwände unter Kontrolle, obwohl seit Mitte August ständig mehr als tausend Feuerwehrleute mit einem gigantischen Aufgebot schwerer Technik im Einsatz sind. Insgesamt wurden allein in Kalifornien in der laufenden Saison bei knapp 8000 Bränden Wälder auf einer Fläche von fast 15000 Quadratkilometern ein Opfer der Flammen.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/22652, California Fire Department