Immer mehr Immobilien in Deutschland in ausländischer Hand

Der deutsche Immobilienmarkt ist ein Opfer von Kriminellen geworden. Immer öfter werden Häuser und Wohnungen zum Zweck der Geldwäsche missbraucht. Das geht aus der aktuellen Studie einer Antikorruptionsorganisation hervor.

Die Studie zur Geldwäsche mit Immobilien wurden vom Transparency International Deutschland e. V. vorgelegt. Danach fließen pro Jahr bis zu 30 Millionen Euro der mit kriminellen Handlungen erbeuteten Gelder in den deutschen Immobilienmarkt.

Aktivitäten aus dem Ausland nehmen zu

Der Antikorruptionsorganisation und den Marktbeobachter der Financial Intelligence Unit war aufgefallen, dass steigende Mengen von Immobilien in Deutschland mit Geld aus dem Ausland finanziert werden. Dieses Bild zeigt sich identisch bei Neubauten und in Bereich der Sanierung sowohl bei Häusern als auch bei Eigentumswohnungen. In vielen Fällen ist unklar, woher die für die Finanzierung eingesetzten Gelder genau stammen. Es gibt sogar Hinweise, dass Teile der Gelder von der italienischen Mafia kommen. Deren Mitglieder stecken vor allem Erlöse aus dem Rauschgifthandel in den Immobilienmarkt. Sie arbeiten in der Regel mit „Strohmännern“. Das macht es den Ermittlern schwer, der wahren Herkunft des Geldes auf die Spur zu kommen. In der ersten Dezemberwoche 2018 wurde dazu eine umfangreiche Razzia in mehreren deutschen Städten durchgeführt. Erst im Sommer 2018 waren die Ermittler auf die Machenschaften eines arabischen Familienclans gestoßen und beschlagnahmten mehr als siebzig Immobilien, die zu Beisitz des Clans gehörten.

Was fordert die Antikorruptionsorganisation?

Harsche Kritik wird an der Tatsache geübt, dass Verdachtsfälle häufig nicht gemeldet werden. Notare berufen sich bei der Verweigerung der Meldungen auf ihre berufliche Schweigepflicht. Der Transparency International Deutschland e. V. fordert deshalb eine Aufhebung der Schweigepflicht für Notare für solche Meldungen. Auch das erst im vergangenen Jahr eingeführte Transparenzregister für Immobilien reicht dem Verein nicht aus. Sie fordern, dass dort auf eine Eintragung der tatsächlichen Eigentümer umgestellt und keine Eintragung von bevollmächtigen Vertretern mehr erlaubt wird. Diese Forderung wird auch von anderen Experten unterstützt, die sich der Verhinderung von Geldwäsche mit Immobilien widmen. Dazu soll euch eine Zentralisierung der Verwaltung der Eintragungen in den Grundbüchern dienen.

Quelle: Transparency International Deutschland e. V.