Hitzewelle in Kalifornien: Neue Stromabschaltungen angekündigt

Erst kürzlich hatte es an der amerikanischen Westküste massive Stromausfälle gegeben. Nun sorgt eine Hitzewelle in Kalifornien dafür, dass erneut großflächige Stromabschaltungen angekündigt wurden.

Das Versorgungsunternehmen Pacific Gas & Electric Co. kündigte an, dass bereits am Mittwoch bis zu 190.000 Haushalte von den Stromabschaltungen in Kalifornien betroffen sein könnten. Eine Ausweitung der Abschaltungen der Elektrizität wurde nicht ausgeschlossen. Der Grund dafür ist die aktuell extrem hohe Gefahr von Waldbränden in Kombination mit den teils maroden Stromleitungen. Sie waren schon in der Vergangenheit für mehrere gigantische Waldbrände verantwortlich.

Hitzewelle in Kalifornien verschärft die Waldbrandgefahr dramatisch

Die aktuelle Hitzewelle erhält in der zweiten Hälfte der Kalenderwoche 43/2019 einen kräftigen Schub durch die Santa-Ana-Winde. Die Böen sollen nach den aktuellen Prognosen Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometer pro Stunde und mehr erreichen. In den nächsten Tagen erwarten die Meteorologen noch einmal Tageshöchsttemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius sowie tropische Nächte mit über 20 Grad Celsius. Diese Temperaturen liegen deutlich über dem langjährigen Mittel für die zweite Oktoberhälfte. Dazu kommen die Folgen von Trockenheit. Dadurch entsteht ein gefährlicher Mix, der die Entstehung und rasche Ausbreitung von Waldbränden begünstigt. Jimmy Taeger von National Weather Service in San Diego bezeichnete den Mix wörtlich als „Feuer-Wetter“. Betroffen davon ist die gesamte Region von San Francisco im Norden bis nach Los Angeles im Süden.

Waldbrandsaison in Kalifornien beginnt immer zeitiger

In diesem Jahr sieht die Waldbrandbilanz schon jetzt schlimm aus. Bisher zählte das California Department of Forestry & Fire Protection bereits mehr als 5.800 Waldbrände, die Waldbestände auf einer Fläche von mehr als 650 Quadratkilometern vernichtet und über 240 Gebäude in Mitleidenschaft gezogen haben. Auch drei Todesopfer sind bereits zu beklagen. Dabei berücksichtigt das Department nur Waldbrände mit einer Fläche von mehr als 40.000 Quadratmetern. Das heißt, die tatsächliche Zahl der Waldbrände liegt wesentlich höher. Erst am Wochenende hatte einer der Waldbrände die Prominentensiedlung Pacific Palisades im Nordwesten von Los Angeles bedroht. Der derzeit größte Brand ist das Saddle Ridge Fire, das am 10. Oktober 2019 in der Nähe von Sylmar ausgebrochen war. Ihm ist eine Fläche von mehr als 35 Quadratkilometern zum Opfer gefallen. Inzwischen haben es die Firefighter fast vollständig unter Kontrolle. Wie extrem die Waldbrandgefahr in Kalifornien aktuell ist, zeigte zu Wochenbeginn das Beaumont Fire im San Bernardino County. Es breitete sich rasend schnell aus.

Quelle: National Weather Service, California Department of Forestry & Fire Protection, LA Times