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Führerschein im Alter: Forderungen nach regelmäßigen Checks

Inzwischen werden immer mehr Forderungen laut, die eine Überprüfung der Tauglichkeit zum Autofahren ab einem bestimmten Alter verlangen.

Die neuesten Forderungen nach regelmäßigen Checks zum Führerschein im Alter kommen aus den Reihen der Versicherer. Das belegen Statements im Verbrauchermagazin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg am 18. November 2019.

Warum halten Versicherer die Checks zum Führerschein im Alter für notwendig?

Siegfried Brockmann ist als Unfallursachenforscher für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft tätig. Er spricht sich klar für die Einführung verbindlicher Gesundheitschecks für ältere Menschen zum Erhalt des Führerscheins aus. Als denkbare Altersgrenze benannte er das vollendete 75. Lebensjahr. An dieser Altersschwelle steigt das Unfallrisiko bezogen auf die von den älteren Menschen gefahrenen Kilometer signifikant an. Vor allem als Unfallverursacher spielen sie eine wichtige Rolle. Das belegen auch offizielle Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Sind an Unfällen Senioren ab 65 Jahre beteiligt, stellen sie mit 74 Prozent mehrheitlich die Unfallverursacher.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) führte dazu eine Umfrage im Internet durch, deren Resultate als repräsentativ eingeschätzt werden. Die Mehrheit der Befragten schließt sich ganz klar der Forderung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft an. In Berlin gab es unter den Probanden 69 Prozent Zustimmung. In Brandenburg lag der Anteil der Zustimmung immerhin noch bei 61 Prozent.

Bundesregierung muss sich zwangsläufig mit dem Thema beschäftigen

Bisher ist der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zur Einführung einer gesetzlichen Pflicht zur regelmäßigen Prüfung der Eignung als Fahrzeugführer für ältere Menschen nicht bereit. Er hofft auf die Einsicht der Fahrzeugführer, die bei sich Einschränkungen bemerken. Doch inzwischen liegt eine Petition beim Bundestag, in der eine solche gesetzliche Pflicht gefordert wird. Eingereicht wurde sie von einer Familie, deren Sohn infolge eines von einer Rentnerin verursachten Verkehrsunfalls verstarb. Sie fordern in ihrer Petition die Einführung von Tests des Hörvermögens, Sehvermögens und Reaktionsvermögens verpflichtend aller drei Jahre ab dem 70. Lebensjahr und aller zwei Jahre ab dem 80. Lebensjahr. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat dazu bereits konkrete Vorstellungen. Brockmann zufolge sollen die Tests ähnlich wie die Praxisprüfung beim Erwerb des Führerscheins ablaufen und zusätzlich von einem Psychologen überwacht werden.

Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg