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Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte massiv gestiegen

Statistic Graphs

Aussicht auf eine schnelle Entspannung der Inflationsrate gibt es nicht. Das belegt die Entwicklung der Erzeugerpreise in der Landwirtschaft.

Für den März 2022 meldet das Statistische Bundesamt eine Erhöhung der Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte, die in Deutschland einen Rekord bringt. Eine solch drastische Preissteigerung in diesem Marktsegment hat es seit Beginn der offiziellen Erfassung der Preisentwicklung in Jahr 1961 nicht gegeben. Die ersten Folgen zeigen sich bereits im Einzelhandel, doch sie dürften angesichts der offiziellen Zahlen für den Monat März 2022 nur der Anfang sein.

Vor allem pflanzliche Erzeugnisse werden immer teurer

Vom Februar auf den März 2022 erhöhten sich die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte um 15,1 Prozent. Der Vergleich der Preise vom März 2022 mit dem Märze 2021 zeichnet ein viel drastischeres Bild, denn dabei schlägt eine Preissteigerung um 34,7 Prozent zu Buche. Besonders stark sind die Preise für pflanzliche Erzeugnisse gestiegen. Binnen eines Jahres erhöhten sie sich um 42,1 Prozent. Der Vergleich der Erzeugerpreise für tierische Produkte im März 2022 mit den Durchschnittspreisen im März 2021 präsentiert ein Plus von 29,5 Prozent. Im Winterhalbjahr 2019/2020 waren die Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte gefallen und stiegen ab September 2020 leicht wieder an. Vom Sommer 2020 bis zum April 2021 gaben die Preise für tierische Erzeugnisse nach. Die Trendwende in diesem Marktsegment wurde im Mai 2021 eingeläutet. Beide Produktbereiche wiesen seither kontinuierlich Steigerungen der Erzeugerpreise auf, allerdings gab es nicht solche großen Sprünge wie vom Februar zum März 2022.

Welche landwirtschaftlichen Produkte sind besonders betroffen?

Am höchsten fallen die Steigerungen der Erzeugerpreise binnen Jahresfrist mit 70,2 Prozent bei Getreide aus. Sie stiegen allein von Februar auf März 2022 um 31,3 Prozent. Schon vor Beginn des Ukrainekriegs war die Lage auf dem Weltmarkt nach den Angaben des Statistischen Bundesamts angespannt. Die Situation hat sich durch die Kriegsfolgen zugespitzt. Das heißt jedoch nicht, dass sich die Menschen in Deutschland Sorgen um die durchgängige Versorgung mit Mehl, anderen Getreideprodukten und Backwaren machen müssten. Den Preissprung bei Getreide können die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln mit einem Plus von 91,7 Prozent binnen Jahresfrist sogar noch toppen. Die Ursachen an dieser Stelle liegen in den Veränderungen der Nachfrage. Im Frühjahr 2021 fielen die Kartoffelpreise aufgrund der fehlenden Nachfrage aus der Gastronomie als Folge der Corona-Lockdowns deutlich unter das langjährige Niveau. Im Bereich der tierischen Produkte sind Rinder mit einem Preisplus von 47,5 Prozent der negative Spitzenreiter. Auf dem zweiten Platz landet Milch. Hier lagen die Erzeugerpreise im März 2022 um 33,3 Prozent höher als im März 2021. Für Schlachtschweine wurden von den landwirtschaftlichen Betrieben im März 2022 im Schnitt um 21,1 Prozent höhere Preise als im Vergleichsmonat des Vorjahres verlangt.

Quelle: Statistisches Bundesamt