Erneut Fipronil-Eier im Handel

Das Insektengift Fipronil ist erneut in Eiern aus den Niederlanden nachgewiesen worden. Insgesamt 73.000 Eier sollen in den Handel gekommen sein, sechs deutsche Bundesländer sind ersten Angaben zufolge betroffen.

Das zumindest geht aus einer Mitteilung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums in Hannover der Deutschen Presseagentur (dpa) gegenüber hervor. Demnach sind die belasteten Eier in den Einzelhandel nach Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gelangt. Der Lebensmittelunternehmer habe die Rücknahme der Eier bereits veranlasst.

Keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher

Wie die Behörden einschätzen, besteht derzeit keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher. Allerdings ist noch unklar, welche Supermärkte konkret von den neuerlich aufgetauchten Fipronil-Eiern betroffen sind. Die Lage werde derzeit von den Überwachungsbehörden geprüft, die auch die Rücknahme der Fipronil-Eier kontrollieren.

Insgesamt wurden 97.200 belastete Eier zwischen dem von den Niederlanden an eine Packstelle im niedersächsischen Landkreis Vechta geliefert. Ein großer Teil dieser Eier konnte bereits in den Handel gelangen. Wie die Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums erklärte, solle erst noch eine zweite Untersuchung stattfinden, bevor man die Packstelle mit dem Stempelcode veröffentliche, anhand dessen Verbraucher sehen können, ob sie belastete Eier im Kühlschrank haben.

Am Freitag hatte das Ministerium aus Hannover erstmals über die erneuten Fipronil-Funde in Eiern berichtet. Allerdings war am Freitag noch unklar, wie groß der Umfang des Problems ausfallen würde. Die betroffenen Eier sollen aus einem niederländischen Bio-Legehennenbetrieb stammen, wobei noch unklar ist, wie es zu der Belastung der Eier mit Fipronil kommen konnte. Die diesbezügliche Anfrage hat man bereits an die Niederlande geschickt.

Fipronil-Eier – Wiederholt sich der Skandal?

Schon im letzten Jahr gab es einen Skandal rund um Fipronil-Eier. Zunächst waren die belasteten Eier massenhaft in den Niederlanden, dann auch in Deutschland und vielen anderen Ländern aufgetaucht. Zahllose Eier und sogar Eierprodukte mussten damals zurückgerufen werden. Seit diesem Skandal testet man gezielt auf Fipronil in Eiern und stellte bei einer dieser Routine-Untersuchung die erneute Überschreitung der Grenzwerte fest.

In den Niederlanden hatte man bereits in der vorletzten Maiwoche belastete Eier in einem Supermarkt entdeckt. Betroffen war der gleiche Landwirt wie im letzten Jahr. Er geht davon aus, dass sich noch Reste des Insektengifts im Boden der Wiese befinden, auf der die Hühner Auslauf haben. Das würde zumindest erklären, warum die aktuell festgestellte Belastung im Vergleich zum Vorjahr sehr viel geringer ist.

Das Insektengift Fipronil darf bei Tieren, die zur Erzeugung von Lebensmitteln genutzt werden, nicht verwendet werden. 2017 wurde es aber offenbar einem Reinigungsmittel beigemischt und an Hühnerhalter aus den Niederlanden verkauft.

Quelle: dpa