Fipronil-Skandal: Neue Mayo Feinkost GmbH ruft Salate zurück

Im Fipronil-Skandal gibt es erste Rückrufe auch von verarbeiteten Lebensmitteln. Die Neue Mayo Feinkost GmbH hat insgesamt sechs Salate zurückgerufen, für deren Herstellung belastete Eier verwendet wurden, wie auf lebensmittelwarnung.de nachzulesen ist.

Diese Salate sind vom Fipronil-Skandal betroffen

Vom aktuellen Rückruf sind die Produkte „Porreesalat Toscana“, „Oma’s Pellkartoffelsalat“, „Hofgut Eiersalat“ und „Hofgut Thunfischsalat“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 16. August 2017 betroffen. Außerdem wurden das „Gosch Sonntagsfrühstück“ und der „Eiersalat klassisch“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 18. August 2017 zurückgerufen.

Die betroffenen Salate wurden laut der Neuen Mayo Feinkost GmbH in Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg vertrieben. Wie es weiter heißt, habe man „als Maßnahme des vorbeugenden Verbraucherschutzes die Rücknahme der betroffenen Produkte eingeleitet“. Zuvor hieß es vom Untersuchungsamt Münster, dass auch mit Eiern verarbeitete Produkte belastet sein könnten.

Peter Fürst, Vorstandsvorsitzender beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe erklärte, dass es „naheliegend sei, dass es nicht bei Eiern alleine bleiben wird“. Die Rückstände des Insektizids Fipronil könnten sich auch in Mayonnaise oder Eierlikör wiederfinden. Derzeit testet das Amt in Münster auch Eier aus NRW auf das Insektizid.

Trotzdem betonte auch Fürst, dass es nach bisherigem Kenntnisstand keine akute Gefahr für Verbraucher gebe. Die Aussage sei allerdings lediglich auf die bisher getesteten Eier anzuwenden, nicht auf die Eier, die aktuell getestet werden.

Belgischer Chemikalienhändler rückt ins Visier der Ermittlungen

Bei den Ermittlungen ist man zwischenzeitlich auf einen belgischen Chemikalienhändler gestoßen. Laut „Spiegel“ habe der Händler aus Weelde um den Jahreswechsel herum in Rumänien große Mengen des Tiermedikaments Fiprocid geordert. In diesem ist das Insektizid Fipronil enthalten.

Einstige Geschäftspartner von Patrick R. erklärten dem „Spiegel“ gegenüber, dass Bestellungen mit einem Gesamtwert von mehreren zehntausend Euro ausgelöst worden seien. Am Donnerstag sind aber weder der Händler selbst, noch sein Strafverteidiger für eine Stellungnahme erreichbar gewesen.

Quelle: dpa