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Erdölpreis an den Börsen weltweit im freien Fall

Euro-Banknoten

Autofahrer dürfen sich auf deutlich günstigere Preise an den Zapfsäulen freuen. Die Ursache dafür sind massiv eingebrochene Erdölpreise.

Obwohl ein milder Winter hinter Europa liegt, könnte sich das Auffüllen der Heizöltanks im Frühjahr 2020 besonders lohnen. Zu Beginn der zweiten Märzwoche setzten die Erdölpreise den bereits Anfang Januar begonnen Trend fort. Sie gaben zeitweise um fast 20 Prozent nach.

Wie sehen die Erdölpreise aktuell aus?

Gegen 11:30 Uhr am 9. März 2020 kostete das Barrel der Sorte WTI gerade einmal noch 32,40 US-Dollar. Zuvor war der Preis sogar deutlich unter die 30-Dollar-Marke abgerutscht und lag bei 27,34 Dollar. Vor einem knappen Jahr (am 23. April 2019) wurde der Höchstpreis der letzten 52 Wochen erreicht. Er lag bei der Sorte WTI bei 66,30 US-Dollar pro Barrel und damit bei mehr als dem Doppelten des aktuellen Preises. Die Erdölpreise bei der Sorte Brent befanden sich zu Wochenbeginn ebenfalls im freien Fall. Gegen 11:30 Uhr lag am Montag der Preis bei 35,89 US-Dollar pro Barrel. Das bedeutet einen Einbruch um mehr als 21 Prozent und rund 9,60 Dollar pro Barrel binnen weniger Stunden. Das letzte Hoch erzielten die Erdölpreise bei der Sorte Brent am 24. April 2019 mit 74,57 US-Dollar pro Barrel. Es wird einige Tage dauern, bis sich der Preissturz an den Tankstellen bemerkbar macht.

Was sind die Ursachen der fallenden Erdölpreise?

Als Hauptgrund für den Preissturz beim Erdölpreis sehen die Börsianer die am 6. März 2020 gescheiterten Verhandlungen der zur OPEC+ gehörenden Länder an. Sie hatten sich nicht auf eine Beschränkung der Fördermengen einigen können. Einige Börsentrader sprachen von einem „Ölkrieg“. Sie haben vor allem Angst davor, dass der Ölpreisverfall die rund um den Ölmarkt gehandelten Wertpapiere mit in den Abgrund ziehen könnte. Das wiederum hätte gravierende Folgen für die Banken und den gesamten Kreditmarkt. Eine zweite Ursache für die sinkenden Erdölpreise ist die vom Coronavirus ausgelöste Wirtschaftskrise. Durch zahlreiche wegen Quarantänemaßnahmen geschlossenen Unternehmen ist die weltweite Nachfrage eingebrochen. Dabei fallen auch mehrere Tausend abgesagte Flüge in den letzten Tagen sowie in den nächsten Wochen ins Gewicht. Hinzu kommen zwangsweise gestrichene Großveranstaltungen. Sie ziehen eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs nach sich, weil die Anreisen der Gäste entfallen. Schon seit Jahresbeginn trägt auch der milde Winter 2019/2020 zu einem Verfall der Ölpreise bei.

Quelle: Börse Frankfurt