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Entwicklung der KSK-Beiträge zeigt Situation der Künstler auf

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Die Corona-bedingten Lockdowns haben bei Künstlern deutliche Spuren hinterlassen. Das zeigen Zahlen der Künstlersozialkasse aus dem Jahr 2020.

Die Zahlen zur Entwicklung der KSK-Beiträge wurden von der Bundesregierung als Antwort auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Linken-Fraktion vorgelegt. Sie geben deutliche Hinweise auf die Einbußen, die Künstler als Folge der Lockdowns zur Bekämpfung von COVID-19 erlitten haben. Die Statistiken zeigen aber auch, dass die einzelnen Berufsgruppen der KSK-Versicherten sehr unterschiedlich von den Auswirkungen betroffen waren.

Wie veränderten sich die KSK-Beiträge 2020 insgesamt?

Die Künstlersozialkasse (kurz KSK) fragt jedes Jahr im Spätherbst die zu erwartenden Einnahmen für das Folgejahr ab. Auf dieser Basis werden die Beiträge zur Krankenversicherung sowie zur Rentenversicherung und Pflegeversicherung errechnet. Von Januar bis November 2020 gingen bei der KSK rund 50.000 Mitteilungen ein, in denen die Versicherten eine Reduzierung ihrer Einkommen gemeldet haben. Das führt zu einer Herabsetzung der KSK-Beiträge und verhindert Beitragsrückstände mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Weitere 9125 KSK-Versicherte waren gezwungen, Anträge für die Zahlung der Grundsicherung zu stellen oder ergänzendes Hartz IV zu beantragen. Die Folgen der Coronakrise bei den Künstlern zeigen auch die Veränderungen bei den Einnahmen der KSK aus der Künstlersozialabgabe, die von den Verwertern erhoben wird. Sie müssen die zu erwartenden Honorare ebenfalls melden und eine monatliche Vorauszahlung leisten. In der Antwort der Bundesregierung, die auf Zahlen der Künstlersozialkasse basiert, heißt es, dass rund 4100 Verwerter von Januar bis November die Herabsetzung der monatlichen Vorauszahlung beantragt haben. Die kompletten Auswirkungen kann die KSK allerdings erst dann einschätzen, wenn für das Jahr 2020 die endgültigen Entgeltmeldungen vorliegen. Das ist derzeit noch nicht der Fall.

Welche Künstler kamen am besten durch die bisherige Zeit der Coronakrise?

Die geringsten Einnahmen hatten nach der Entwicklung der KSK-Beiträge im Jahr 2020 die Musiker. Sie zahlten durchschnittlich einen Eigenanteil von 212,48 Euro. Bei den Vertretern der darstellenden Kunst lag der Eigenanteil bei durchschnittlich 248,83 Euro und in der bildenden Kunst bei 263,23 Euro. Wortschaffende zahlten mit 322,93 Euro den höchsten Eigenanteil für ihre Verträge mit der Künstlersozialkasse. Die Gründe liegen klar auf der Hand. Schriftsteller und Internetautoren waren von den Folgen der Corona-Lockdowns am wenigsten betroffen. Sie arbeiten auch ohne Lockdowns im Homeoffice. Das Interesse an Büchern war durch die zusätzliche Freizeit der Menschen durch die Kurzarbeit größer als sonst. Auch die Ausgangsbeschränkungen sowie die Schulschließungen haben zu einem Nachfrageschub bei klassischen Büchern und E-Books beigetragen. Internetautoren profitierten davon, dass viele Händler und Gastronomen Lockdown-bedingte Umsatzausfälle durch die Einrichtung neuer Onlineshops und Websites für die Essenslieferung zumindest teilweise kompensieren wollten.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/25871