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Endemol Shine geht an Banijay Entertainment

Pile of vintage TV with one in standby. TV channels concept

Für die Übernahme der Produktionsfirma Endemol Shine durch Banijay gab es die Zustimmung durch die europäische Kartellbehörde. Damit kann der bereits seit 2019 verhandelte Deal mit der französischen LOV Group realisiert werden.

Die Produktionsfirma Endemol Shine hatte zuletzt trotz einiger Erfolgsformate erhebliche Defizite erwirtschaftet. Im Februar 2020 gab das Unternehmen die vorhandenen Schulden mit einer Höhe von 1,83 Milliarden US-Dollar an. Die Lockdowns im Rahmen der Coronakrise haben dem niederländischen Unternehmen zusätzlich heftig zugesetzt. Banijay als künftiger Eigentümer hat bereits auch genaue Pläne zur wirtschaftlichen Sanierung des Neuzugangs. Dazu gehört neben einer Optimierung der Auswahl der zu produzierenden Projekte auch ein massiver Stellenabbau. Mit beiden Maßnahmen zusammen sollen bei Endemol Shine unter der Führung der Franzosen pro Jahr 67 Millionen Dollar eingespart werden.

Endemol Shine ist bekannt für viele Sendungen im deutschsprachigen Fernsehen

Im deutschsprachigen Raum gehören viele Sender zu den Abnehmern der von Endemol Shine produzierten Shows. Ein Paradebeispiel ist die im Jahr 2000 gestartete Gameshow „Big Brother“, die das niederländische Unternehmen erfolgreich in knapp 70 Länder der Welt exportieren konnte. Auch Formate wie „Escher“ und „Akte“ gehören zum Portfolio von Endemol Shine. Die RTL Group gehörte bisher zu den Großkunden der Niederländer. Dort liefen beispielsweise die Reihen „Wie bitte?!“, „Traumhochzeit“ und die „Mini Playback Show“, die ebenfalls unter der Federführung der Niederländer produziert wurden. In Deutschland sehr bekannte Endemol-Produktionen sind außerdem die TV-Serien „Die Wache“ und „Stadtklinik“. Weitere Stammkunden von Joop van den Ende und John de Mol sind außerdem das ZDF und Sat.1 sowie der Österreichische Rundfunk (ORF).

In welche Hände kommt die Produktionsfirma Endemol Shine?

Der neue Eigentümer ist das im Jahr 2008 von einer Investorengruppe gegründete Unternehmen Banijay Entertainment. Rechtlicher Hauptsitz der Produktionsfirma ist Paris. Die Hauptaktionäre von Banijay sind die Groupe Arnault, die LOV Group, IFIL Investments, die De Agostini Group und Jean-Paul Bize von AMS Industries. Die Franzosen sind bereits seit dem Jahr 2018 mit dem Tochterunternehmen Banijay Germany in Deutschland vertreten. Chef der deutschen Tochterfirma ist Markus Wolter. Der Hamburger hat beispielsweise mit einem eigenen Musikverlag sowie mit führenden Tätigkeiten bei All3Media, VIVA und Brainpool umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Er gehörte unter anderem zu den Entwicklern der Gameshow „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“. Brainpool Germany zählt sich zu den jüngsten Übernahmen von Banijay Entertainment. In den Niederlanden sind die Franzosen schon längere Zeit aktiv. Dort kauften sie bereits die 1992 gegründete Produktionsfirma Palm Plus auf und benannten sie in Zodiak Nederland um.

Quelle: Banijay Group, Deadline, IMDb