ELISA geht in die nächste Phase: LKW mit Stromabnehmer in Hessen unterwegs

Am 7. Mai 2019 wurde die erste Teststrecke der Projekts ELISA in Betrieb genommen. Dem Testabschnitt auf der Autobahn A5 sollen weitere Teststrecken folgen.

Das Kürzel ELISA steht für den „elektrifizierten, innovativen Schwerverkehr auf Autobahnen“. Das Bundesumweltministerium steuert für die Tests der Trucks mit Stromabnehmern unter realistischen Bedingungen auf insgesamt drei deutschen Autobahnen rund 50 Millionen Euro bei.

Warum sind Projekte wie ELISA dringend notwendig?

Wenn die Bundesregierung ihre für das Jahr 2030 gesteckten Klimaschutzziele umsetzen will, spielt die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Verkehrsbereich eine wesentliche Rolle. Allein mit Dieselfahrverboten, Steuervorteilen für Fahrzeuge mit neuen Abgasnormen und Geschwindigkeitsbeschränkungen sind die Klimaschutzziele nicht erreichbar. Vor allem der Anteil der Fahrzeuge mit einem umweltfreundlichen Elektromotor muss kräftig steigen. Das Projekt ELISA kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Auf den elektrifizierten Abschnitten der Autobahnen können die Trucks den Strom aus den Oberleitungen nicht nur unmittelbar für den Antrieb nutzen, sondern auch eine Aufladung der Akkus ist während der Fahrt möglich. Neu ist diese Technologie nicht. In der Vergangenheit gab es in vielen Städten Oberleitungsbusse. Sie feiern lokal gerade ein Comeback. Dabei werden die vorhandenen Stromtrassen der Straßenbahnen für die Aufladung der Akkus in den Linienbussen genutzt.

Wer ist am Projekt ELISA in Hessen beteiligt. ?

Auf der Teststrecke in Hessen stammt der Strom komplett aus erneuerbaren Energien. Damit soll für den Betrieb Klimaneutralität gewährleistet werden. Die Trucks mit Stromabnehmer verfügen über einen Dualantrieb. Sie beziehen die Antriebsleistung wahlweise aus den Elektromotoren oder einem Dieselmotor. An den aktuellen Tests in Hessen sind insgesamt fünf Fuhrunternehmen beteiligt. Dazu gehören beispielsweise die Spedition Schanz und die zur REWE AG gehörende Spedition. Betreiber der Teststrecke ist Hessen Mobil. Für die wissenschaftliche Überwachung und die Auswertung der beim Pilotprojekt ELISA erhoben Daten ist die Technische Universität Darmstadt verantwortlich. Der Probebetrieb der elektrifizierten Strecke auf der Autobahn A5 läuft vorerst bis zum Jahr 2022. In Schleswig-Holstein laufen die Vorbereitungen für eine weitere Teststrecke auf der Bundesautobahn A1. Ihr Betrieb soll noch im Jahr 2019 starten. Erste Vorbereitungen für Praxistests mit Elektro-LKW mit Stromabnehmer laufen außerdem in Bayern. Dort geht die Teststrecke voraussichtlich im Jahr 2020 in Betrieb.

Quelle: Wirtschaftsministerium Hessen, TU Darmstadt