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Eigenlob statt echter Hilfe: Donald Trump in Puerto Rico

Dass dem US-Präsidenten Donald Trump das Fingerspitzengefühl für den Umgang mit anderen Menschen fehlt, hat er in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt. Auch bei seinem Besuch in Puerto Rico zog er sich mit seiner Arroganz den Unmut der Bevölkerung vor Ort und der lokalen Politiker zu. Hillary Clinton kommentierte sein Auftreten mit der Frage, ob sich der US-Präsident überhaupt darüber im Klaren ist, dass die Menschen in Puerto Rico zu seinen Staatsbürgern gehören.

Donald Trump wirkt stellenweise fast zynisch

In einem seiner üblichen Twitter-Kommentare schrieb Donald Trump wörtlich, seine Regierung würde weiterhin rund um die Uhr mit Ricardo Rosselio, dem Gouverneur von Puerto Rico, zusammenarbeiten. Außerdem betonte er, dass bereits ein „großartiger Fortschritt“ erzielt worden wäre. Die Lage vor Ort in Puerto Rico sieht allerdings ganz anders aus. Auch zwei Wochen, nachdem der Hurrikan „Maria“ fast das komplette Land verwüstet hat, haben die Rettungskräfte die Hilfsbedürftigen noch nicht in allen Regionen erreicht, weil die Räumung der Straßen extrem langsam vorangeht. Wie sich die Lage dort präsentiert, ist teilweise überhaupt nicht bekannt, weil auch die Kommunikation noch nicht wieder funktioniert. Große Teile der Insel sind noch ohne Strom und fließendes Wasser. Zwar sind die ersten Hilfslieferungen in Puerto Rico eingetroffen, aber das Volumen reicht weder beim Kraftstoff noch bei den Lebensmitteln aus.

Behörden vor Ort und auch Helfer üben heftige Kritik

Immerhin hat es die Trump-Regierung geschafft, mittlerweile 12.000 Helfer der Streitkräfte nach Puerto Rico zu schicken. Jeffrey Buchanan leitet den Einsatz als Generalleutnant. Er betonte mehrfach sein Entsetzen über die Schäden, die der Hurrikan auf der Insel angerichtet hat. Carmen Cruz, die Bürgermeisterin von San Juan, übt vor allem Kritik an den Verzögerungen, die es immer wieder bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten gibt. Statt den Opfern zu zeigen, dass er als Präsident mit ihnen fühlt, forderte Donald Trump bei den Treffen einige Lokalpolitiker dazu auf, lobende Worte über ihn zu sagen. Eigentlich hatten die Puerto Ricaner konkrete Angaben zur Art der Hilfe in den nächsten Tagen erwartet. Doch stattdessen machte Donald Trump den Opfern den Vorwurf, „sein Budget durcheinander gebracht“ zu haben. Nach einem solchen Statement muss er sich nicht wundern, dass er beispielsweise von Reportern des Nachrichtensenders CNN als Egoist bezeichnet wird.

Quelle: CNN, dpa