Deutsche sind vorsichtig bei der Anwendung von Schmerzmitteln

Der Verbrauch von rezeptfreien Schmerzmitteln ist in Deutschland seit einigen Jahren rückläufig. Das geht aus Zahlen des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller e. V. hervor.

Allerdings gab es in der Kategorie rezeptpflichtige Schmerzmittel zeitgleich einen deutlichen Anstieg. Inzwischen übersteigt die Anwendung der rezeptpflichtigen die Nutzung der rezeptfreien Schmerzmittel.

Wie sehen die aktuellen Zahlen bei der Nutzung der Schmerzmittel aus?

Der Spitzenwert beim Verbrauch rezeptfreier Schmerzmittel wurde im letzten Jahrzehnt im Jahr 2010 mit 29,1 Einheiten pro Kopf und Jahr erzielt. Bis zum Jahr 2012 fiel der Verbrauch auf 26,3 Einheiten ab. Im Jahr 2012 gab es erneut eine Steigerung auf 27,7 Einheiten pro Jahr und Kopf. Seither sanken die Verbrauchszahlen kontinuierlich bis auf 25,3 Einheiten im Jahr 2017. Das Jahr 2018 brachte bei den rezeptfreien Schmerzmitteln eine leichte Steigerung auf 26,0 Einheiten. Eine Ursache könnten die Rekordtemperaturen gewesen sein, denn viele Menschen reagieren auf extreme Hitze mit Kopfschmerzen.

Ganz anders sieht der Trend bei den verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln aus. Das gilt zumindest für die letzten fünf Jahre. 2013 lag der Verbrauch der nur auf Rezept erhältlichen Schmerztabletten und Schmerztropfen bei 22,9 Einheiten. Er stieg bis zum Jahr 2016 auf 25,8 Einheiten. 2017 gab es einen leichten Rückgang auf 24,5 Einheiten. Danach folgte eine weitere Erhöhung auf 24,7 Einheiten im Jahr 2018. In der Gesamtschau ist die Bilanz durch die gegenläufigen Trends ziemlich ausgeglichen. Pro Kopf und Jahr verwenden die Deutschen seit 2012 rund 50 Einheiten Schmerzmittel.

Wie schneiden die Deutschen im internationalen Vergleich ab?

Hier zeigt sich die Tatsache, dass die Deutschen beim Umgang mit Schmerzmitteln deutlich verantwortungsbewusster als die Bewohner anderer Länder sind. In Australien liegt der Verbrauch pro Kopf und Jahr aktuell bei 145,4 Einheiten. Auch Frankreich gehört zu den negativen Beispielen. Für Frankreich gibt der Bundesverband der Arzneimittelhersteller e. V. einen Verbrauch von 119,8 Einheiten pro Kopf und Jahr an. Schweden bringt es danach auf 94,1 Einheiten. Besser als Deutschland sind die USA (46,7 Einheiten) und Österreich (36,5 Einheiten).

Quelle: Bundesverband der Arzneimittelhersteller e. V.