Deutsche Kommunen dürfen sich über hohe Steuereinnahmen freuen

Den deutschen Städten und Gemeinden geht es so gut wie nie. Fast elf Milliarden Euro Überschüsse konnten sie alleine im vergangenen Jahr, unter anderem aufgrund hoher Steuereinnahmen, erwirtschaften.

Als Gründe dafür gelten die niedrigen Zinskosten des abgelaufenen Jahres sowie die gute Konjunktur. Wie das Statistische Bundesamt jetzt mitteilte, haben die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden ein Plus von satten 10,7 Milliarden Euro erzielt. In der Mitteilung hieß es weiter, dass der ist. 2017 konnte demnach sogar ein neuer Rekordwert erreicht werden.

4,6 Prozent mehr Einnahmen für deutsche Kommunen

Wie das Bundesamt für Statistik weiter mitteilte, gab es alleine auf der Einnahmenseite ein deutliches Plus von 4,6 Prozent. Somit stiegen die Einnahmen insgesamt auf 258,4 Milliarden Euro. Insbesondere das erhöhte Steueraufkommen trug zu dem positiven Gesamtergebnis bei. Darüber hinaus profitierten die Kommunen von den Zuschüssen, die nach dem Gesetz zur Beteiligung des Bundes an den Integrationskosten an Bundesländer und Kommunen ausgezahlt wurden.

Die aktuell vorgestellten Zahlen basieren dabei auf der vierteljährlichen Kassenstatistik. Nicht berücksichtigt wurden jedoch die Zahlen der drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Interessant an den aktuellen Zahlen ist allerdings, dass selbst finanzschwache Kommunen ein Haushaltsplus verzeichnen konnten, darunter etwa die Stadt Wuppertal. Dort konnte der erste Überschuss seit mehr als 25 Jahren verzeichnet werden. Er belief sich laut dem vorläufigen Jahresabschluss auf stolze 90 Millionen Euro. Allerdings gab die Stadt bereits an, für das laufende Jahr 2018 wieder einen Verlust zu erwarten.

Kommunale Ausgaben um 2,5 Prozent gestiegen

Auf der Ausgabenseite ergab sich ein Plus von 2,5 Prozent. Damit beliefen sich die Ausgaben der Kommunen auf 247,7 Milliarden Euro, stiegen jedoch langsamer als die Einnahmen. Insbesondere die verringerten Zinszahlungen für Schulden durch das aktuelle Zinstief machten sich dabei bemerkbar. Aber auch die Kosten für soziale Leistungen sind durchschnittlich um 0,2 Prozent zurückgegangen. Laut Bundesamt für Statistik lässt sich dieser Rückgang durch die gefallenen Kosten für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erklären. Diese sind um 33,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro gesunken.

Bei den übrigen Sozialleistungen, die von anerkannten Flüchtlingen, Asylberechtigten und subsidiär Schutzbedürftigen beansprucht werden können, ergab sich allerdings ein Zuwachs um 3,3 Prozent. Auch bei den Sachinvestitionen haben die Kommunen 2017 3,3 Prozent mehr ausgegeben als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden hier 26,7 Milliarden Euro investiert, wobei der Großteil auf Baumaßnahmen entfiel.

Quelle: Reuters