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Deutsche Kohlereviere und die erneuerbaren Energien

Gerade eben hat das Bundeswirtschaftsministerium die Resultate einer Studie veröffentlich, bei der es um die Nutzung erneuerbarer Energien in den Tagebauregionen geht. Sie brachte für einige Regionen interessante Potenziale ans Tageslicht.

Die Studie „Erneuerbare Energien-Vorhaben in Tagebauregionen“ nahm vor allem die Kohleregionen in der Lausitz, im Rheinland und in Mitteldeutschland ins Visier. Dabei wurde geprüft, wie sich die Nutzung der Windenergie, der Sonnenenergie und der PtX-Technologien auf die Regionen auswirken würde.

Wie könnte die Zukunft im Kohlerevier Lausitz aussehen?

Die Gesamtfläche der Tagebauregion Lausitz macht fast eine Million Hektar aus. Dort wird derzeit noch in vier Tagebauen Kohle abgebaut. Dabei handelt es sich um die Tagebaubetriebe in Reichwalde, Nochten, Weizow-Süd und Jänschwalde. Eine ganze Reihe von Tagebauen wurde hier seit 1963 geschlossen. Noch sind nicht alle Restlöcher vollständig rekultiviert. Ein Großteil der rekultivierten Flächen entfällt auf Heideland und landwirtschaftliche Flächen. Beide Flächenarten würden sich für den Aufbau von Windkraftwerken und Solarkraftwerken bestens eignen. Damit könnte auch ein Teil der durch die Beendigung der Kohlenutzung entfallenden Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Allein die (theoretisch) für die Windenergie geeignete Fläche wird in der Braunkohleregion Lausitz mit fast 83 000 Hektar angegeben.

Auch wäre zu prüfen, inwiefern die dort noch vorhandenen und nicht mehr benötigten Truppenübungsplätze einer Nutzung für Varianten der Gewinnung erneuerbarer Energien zugeführt werden können. Für eine sofortige Bebauung mit Photovoltaik-Anlagen wären rund 15 Prozent der Fläche aller Tagebaurestlöcher geeignet. Durch die anfallenden Flächen der noch aktiven Tagebaue kämen in den nächsten Jahren noch einmal rund 11 000 Hektar Fläche mit einer Eignung für die Windenergie hinzu.

Mitteldeutschland und das Rheinland bieten ähnliche Reserven

Auch die noch nicht rekultivierten Flächen der Tagebaurestlöcher in Mitteldeutschland und im Rheinland kämen als künftige Standorte für größere Windparks und Solarkraftwerke in Frage. Dort gibt es noch reichlich nutzbare Flächen und auch hier sind noch einige Tagebaue in Betrieb, bei denen über die Verwendung der Flächen später entschieden werden muss. Diese Regionen sind besonders interessant, weil vor allem die Transportkapazitäten in Nord-Süd-Richtung derzeit noch massive Defizite aufweisen. Dieses Problem könnte durch die Einrichtung von Wind- und Solarkraftwerken auf dem Terrain geschlossener Tagebaue in diesen beiden Regionen zwar nicht komplett beseitigt, aber zumindest ein ganzes Stück verkleinert werden. Auch die Auswirkungen des Kohleausstiegs auf das lokale Arbeitsplatzangebot ließen sich mit der Umnutzung für erneuerbare Energien erhebliche beschränken.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium