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Der Main-Donau-Kanal wird 30 Jahre alt

The Thermalito Power Canal in Oroville, Butte County, North California

Am 26. September 2022 steht beim Main-Donau-Kanal ein Jahrestag an. Wir nutzen die Gelegenheit für eine Vorstellung.

Der Main-Donau-Kanal darf am 26. September 2022 auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken, denn er wurde im Herbst 1992 fertiggestellt. In den ersten zwei Jahrzehnten nach der Fertigstellung wurden pro Jahr im Durchschnitt knapp 6,4 Millionen Tonnen Güter auf der künstlich geschaffenen Wasserstraße transportiert. Seit 2013 sind die Gütermengen (mit Ausnahmen in den Jahren 2017 und 2019) rückläufig. Dabei liegen die maximalen Kapazitäten des Kanals offiziellen Schätzungen zufolge bei etwa 18 Millionen Tonnen.

Zahlen und Fakten rund um den Main-Donau-Kanal

Die rund 170,7 Kilometer lange Wasserstraße verläuft zwischen Kehlheim und Bamberg und verbindet die namensgebenden Flüsse Donau und Main. Er ist Bestandteil des sogenannten Europakanals, der das Schwarze Meer (Constanta in Rumänien) mit Rotterdam und damit der Nordsee verbindet. Zudem ist ein Teilabschnitt des Main-Donau-Kanals ein Rekordhalter. In der Schwäbischen Alb befindet sich ein Stück des Kanals auf einer Höhe von 406 Metern über dem Meeresspiegel. Dieses Teilstück landet auf der Rangliste der europäischen Wasserstraßen mit den höchsten Punkten auf dem Spitzenplatz. Die Wassertiefe der Fahrrinne liegt bei 4,25 Metern. Sie ist 31 Meter breit. Der Kanal ist für Schiffe zugelassen, die eine maximale Durchfahrtshöhe von 6 Metern benötigen. Sie wird durch die insgesamt 115 Brücken über den Main-Donau-Kanal begrenzt. Die reguläre Länge der Schubverbände liegt bei 110 Metern (darüber bis maximal 135 Meter mit Sondergenehmigung).

Der Weg zum Bau des heutigen Main-Donau-Kanals

Der Wunsch, eine künstliche Verbindung zwischen dem Main und der Donau zu schaffen, entstand bereits im 8. Jahrhundert mit dem Bau des Karlsgrabens. Im Jahr 1846 folgte der Ludwig-Donau-Main-Kanal als Vorläufer des heutigen Main-Donau-Kanals. Er erwies sich später als zu schmal und zu flach für die technische Entwicklung der Flussschiffe und die Steigerung des Aufkommens der auf Wasserstraßen zu befördernden Güter. Vom alten Kanal ist lediglich noch ein Abschnitt zwischen Nürnberg und Beilngries im Originalzustand erhalten. Die Planungen für den neuen Main-Donau-Kanal begannen in der Mitte des 19. Jahrhundert. Ein wichtiger Meilenstein war der der Bau eines Hafens in Bamberg. 1979 sorgte ein Dammbruch dafür, dass die Baupläne noch einmal gründlich überarbeitet wurden. Das letzte Teilstück des Main-Donau-Kanals wurde am 25. September 1992 für die Nutzung freigegeben.

Main-Donau-Kanal funktioniert nicht ohne zahlreiche Schleusen

Auf der gesamten Strecke zwischen Kehlheim und Bamberg mussten 16 Schleusen in den Verlauf des Main-Donau-Kanals integriert werden. Die Schleusenkammern sind durchweg 12 Meter breit und 190 Meter lang. Drei der Schleusen bringen es auf eine Hubhöhe von 24,67 Metern und landen damit in Deutschland auf dem Spitzenplatz. Sie befinden sich in Hilpoltstein, Eckersmühlen und Leerstetten. Deren Technik schafft eine Veränderung der Wasserspiegelhöhe von 1,7 Metern pro Minute. Die Schleuse mit dem niedrigsten Höhenunterschied (5,29 Meter) ist in Forchheim. Am Main-Donau-Kanal wurden 13 Schleusen als sogenannte Sparschleusen ausgelegt. Sie verfügen über Becken zur Zwischenlagerung von Wasser, um die Wasserverluste aus der jeweils höheren Zufahrt beim Heben und Senken des Wasserspiegels in der Schleusenkammer niedrig zu halten. Zwei Schleusen (Kriegenbrunn und Erlangen) sollen in den nächsten Jahren erneuert werden.

Quelle: Schifffahrtsverwaltungen, Bayernhafen, Structurae