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Corona-Schutz-Maßnahmen drängen auch Keuchhusten zurück

Delivery man wearing face protective mask to avoid corona virus spread

Die verhängten Corona-Schutz-Maßnahmen haben auch an anderen Stellen positive Wirkungen, wie ein Blick auf die Entwicklung der Fallzahlen bei Keuchhusten belegt.

Das Tragen von OP-Masken und FFP2-Masken in vielen Bereichen des täglichen Lebens sowie die Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung von COVID-19 haben auch andere Krankheiten zurückgedrängt, die durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung der Zahl der in Deutschland gemeldeten Fälle von Keuchhusten.

Wie sieht die genaue Entwicklung bei Keuchhusten in Deutschland aus?

Die Zahl der gemeldeten Fälle von Keuchhusten (Pertussis) lag seit Beginn der Coronakrise in Deutschland deutlich niedriger als der Durchschnitt der vorangegangenen Jahre. In der Zeit von 2013 bis 2019 gab es nach den offiziellen Angaben des RKI durchschnittlich 12.253 Keuchhustenfälle pro Jahr. Am niedrigsten lag der Wert mit 9,082 Fällen im Jahr 2015 und am höchsten mit 16.842 Fällen im Jahr 2017. Im gesamten Jahr 2020 verzeichnete das RKI lediglich 3.471 Fälle von Pertussis. Vom Januar bis Oktober 2021 wurden sogar nur 609 Keuchhustenerkrankungen in Deutschland gemeldet, sodass die Gesamtzahl für das laufende Jahr die 1.000 nicht überschreiten dürfte. Die Erkrankung ist inzwischen gut behandelbar. In den letzten neun Jahren waren lediglich 10 von Pertussis verursachte Todesfälle zu beklagen. Das Fazit daraus ist, dass die Corona-Schutz-Maßnahmen dazu beitragen, auch andere potentiell gefährliche Krankheiten auszurotten.

Wie hoch ist die Impfquote bei Pertussis?

Die ersten Impfstoffe gegen Keuchhusten wurden 1912 von dem belgischen Bakteriologen Octave Pierre Joseph Gengou und dem ebenfalls in Belgien tätigen Arzt Jules Jean Vincent Bordet entwickelt. Sie verwendeten komplette abgetötete Zellen des Erregers. Inzwischen kommen sogenannte aP-Impfstoffe zum Einsatz, die eine wesentlich bessere Verträglichkeit aufweisen. In Deutschland wird eine Grundimmunisierung bereits im ersten Lebensjahr von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Die Immunisierung erfolgte lange in Form einer Dreifachimpfung. Dabei wurde der Impfstoff mit Seren gegen Diphtherie und Tetanus kombiniert. Inzwischen kommen sogar Fünf- und Sechsfachimpfungen zum Einsatz. Sie werden auch für die regelmäßigen Auffrischimpfungen verwendet, wobei Erwachsene nach wie vor die Dreifachimpfung erhalten.
Nach dem aktuellen Kenntnisstand bietet die Keuchhustenimpfung einen 80- bis 90-prozentigen Schutz gegen eine Erkrankung. Die Dauer der Schutzwirkung wird aktuell mit 4 bis 12 Jahre eingeschätzt. Die Impfquote zum Zeitpunkt der Einschulung weist deutliche regionale Unterschiede auf. Spitzenreiter im Jahr 2018 war Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 96,6 Prozent. Schlusslicht war zeitgleich das Saarland mit einer Quote von 86,7 Prozent.

Quelle: RKI