Barkley Marathons: Ein sportliches Event der besonderen Art

Die ersten Läufe der Barkley Marathons wurden bereits im Jahr 1986 gestartet. Dabei können sich die Teilnehmer des Ultra-Marathons zwischen der „Spaßstrecke“ mit einer Länge rund 97 Kilometern oder der Gesamtstrecke mit rund 160 Kilometern Länge entscheiden. Beide Strecken führen die Läufer durch den Frozen Head State Park im US-Bundesstaat Tennessee.

Sehr interessant ist die Entstehungsgeschichte der Barkley Marathons. Gary Cantrell kam bereits in den späten 1970er Jahren auf die Idee, einen solchen Marathon zu veranstalten. Auslöser war die Flucht von James Earl Ray, der nach dem Attentat auf Martin Luther King Jr. Inhaftiert worden war. Er schaffte während seiner Flucht gerade einmal eine Strecke von 13 Kilometern, obwohl er volle 55 Stunden durch den Wald rannte. Gary Cantrell war der festen Überzeugung, eine viel längere Strecke in der gleichen Zeit schaffen zu können. Als Namensgeber für das neue Sportevent fungierte Barry Barkley, ein langjähriger Freund von Gary Cantrell.

Warum hängen am Start der Barkley Marathons so viele Autokennzeichen?

Um bei den Barkley Marathons mitlaufen zu können, müssen die Teilnehmer einige Bedingungen erfüllen. Wer das erste Mal dabei ist, muss ein Fahrzeugkennzeichen aus seinem Land oder seiner Region mitbringen. Diese Autokennzeichen werden an Leinen am Start und Ziel des Ultra-Marathons aufgehängt. Die Anmeldegebühr ist mit 1,60 US-Dollar pro Kopf mehr als erschwinglich. Zugelassen werden allerdings nur Teilnehmer, die bei den Veranstaltern einen schriftlichen Aufsatz eingereicht haben. Er muss die Veranstalter mit triftigen Gründen zur Zulassung für das Rennen überzeugen. Der Grund dafür ist, dass die Zahl der Teilnehmer sehr begrenzt ist. In der Regel werden 40 Teilnehmer zugelassen, aber es gibt mehrere Hundert Bewerber. Deshalb werden die Starts und der Beginn der Anmeldefrist von Gary Cantrell auch nirgendwo publiziert. Das heißt, eine Teilnahme bleibt Insidern vorbehalten.

Wer kann bei den Barkley Marathons gewinnen?

Bei den Barkley Marathons geht es nicht allein um die Schnelligkeit. Die Läufer müssen auch ihr Orientierungsvermögen unter Beweis stellen. Eigens dazu werden entlang der Strecken, deren Verlauf alljährlich geändert wird, Bücher positioniert. Ihre konkrete Anzahl schwankt bei jedem Rennen. Gewertet werden nur die Teilnehmer, die alle Bücher gefunden haben. Als Nachweis müssen sie jeweils die Seite aus den Büchern herausreißen, die ihrer Startnummer entspricht. Der derzeitige Rekord auf der vollen Strecke von 160 Kilometern liegt bei 52 Stunden, 3 Minuten und 8 Sekunden. Er wurde bei den Läufen im Jahr 2012 von Brett Maune bei seiner zweiten Teilnahme aufgestellt.

Quelle: barkleymarathons.com, NY Times