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Aus- und Neubau von Wohnungen bleiben lohnenswert

Crane and building construction site on background of sky

Wer Handwerkerkapazitäten für den Aus- und Neubau von Wohnungen haben möchte, muss sich aktuell auf lange Wartezeiten einstellen.

Die Bauwirtschaft hatte befürchtet, dass durch die Coronakrise die Aufträge für den Aus- und Neubau von Wohnraum dauerhaft rückläufig werden könnten. Tatsächlich machten Handwerker nach den Angaben des Statistischen Bundesamts im II. Quartal 2020 durchschnittlich 7,4 Prozent weniger Umsätze als im Vergleichsquartal 2019. Doch an einer Tatsache konnte dieser Rückgang nichts ändern. Die Handwerkskapazitäten bleiben eine rare Mangelware. Vom Fensterbauer bis zum Elektriker haben die Gewerke vielerorts Schwierigkeiten, kurzfristig auf Kundenanfragen reagieren zu können. Das zeigt sehr deutlich, dass die Umsatzrückgänge eine unmittelbare Folge der Lockdowns waren und keine Trendwende in der Bautätigkeit einläuten.

Umbauten „Marke Eigenbau“ sind an der Tagesordnung

Die knappen Handwerkskapazitäten kommen Fachhändlern zugute, die ihre Produkte sowohl Businesskunden als auch Privatkunden anbieten. Ein Beispiel ist www.topdoors.de. Das dortige Türensortiment wird derzeit vor allem von handwerklich ambitionierten Hausbesitzern bestellt, die beim Innenausbau selbst Hand anlegen möchten. Sie genießen bei dem Türenhändler den Vorteil, dass sie auch Maßanfertigungen beispielsweise für die Umnutzung von Dachgeschossen zu Wohnraum bestellen können. In anderen Gewerken zeigt sich ein ähnliches Bild, denn auch Bodenbeläge, Farben und Tapeten sind verstärkt bei Privatkunden gefragt. Bei Zubehör für Elektroinstallationen ist die Nachfrageverschiebung zu den Hausbesitzern nicht ganz so umfangreich. Dafür dürfte die Notwendigkeit von Fachkenntnissen für solche Arbeiten verantwortlich sein.

Coronakrise hat vielen Menschen das Potential von Wohneigentum gezeigt

Den Schritt zur Anschaffung von Wohneigentum haben viele Haushalte trotz aller staatlichen und steuerlichen Förderungen bisher gescheut. Zu Beginn der Coronakrise gingen Marktanalysten davon aus, dass durch massive Einkommensausfälle die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Eigenheimen sinken würde. Zusätzlich befürchteten sie einbrechende Preise durch massenhafte Zwangsverkäufe. Inzwischen zeichnet sich das Gegenteil ab. Durch die wirtschaftlichen Einbrüche haben zahlreiche Haushalte erkannt, welche Sicherheit ihnen Wohneigentum verschafft. Bei Mietern dagegen verbreitete sich gravierende Unsicherheit. Niemand konnte genau sagen, ab wann das Einkommen wieder Normalhöhe erreicht und ob die Regierung die Aussetzung der Kündigung wegen Mietrückständen bis dahin verlängern würde.

Interesse an Ausbauten von Bestandsgebäuden steigt

Ein Ende dieser Unsicherheit zeichnet sich noch nicht ab. Sie verstärkt sich in gleichem Maße, wie die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt. Genau das bekommen Handwerker und Fachhändler momentan zu spüren. Wer die Möglichkeit (zuzüglich der notwendigen Genehmigungen) hat, in seinem Haus Dachgeschosse oder Kellerbereiche zu Wohnraum auszubauen, wird die kommenden Monate nutzen, das zu tun.
Viele Haushalte werden in die Ausbauten das Geld stecken, was eigentlich für einen Urlaub eingeplant war. Die Hoffnung, den im Sommer ausgefallenen Urlaub im Winter nachholen zu können, hat sich in vielen Fällen durch die (inzwischen auch für Inlandsreisen geltenden) Reisewarnungen zerschlagen. Deshalb nutzen Hausbesitzer diese Reserven, um sich langfristig mit Mieteinnahmen größere Polster und zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. Darin liegt ein positiver Aspekt der Coronakrise. Sie wirkt als Katalysator beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge durch die Anschaffung von Wohneigentum. Lohnenswert sind nach wie vor auch Investitionen in den Bau und Kauf von Objekten zur Vermietung. Die von Experten als Folge der Coronakrise befürchtete Stagnation der Mietpreise ist zumindest in Deutschland nicht eingetreten.

Quelle: destatis, KfW Studie Wohnkosten, Zentralverband Deutsches Handwerk