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Immobilienpreise steigen in Deutschland weiter

Crane and building construction site on background of sky

Vor allem die Immobilienpreise für Wohnobjekte zogen in II. Quartal 2020 kräftig an. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts hervor.

Im II. Quartal 2020 fiel der Anstieg der Immobilienpreise deutlich stärker aus, als von den Experten angesichts der Auswirkungen der Coronakrise erwartet worden war. Käufer mussten im Durchschnitt 6,6 Prozent mehr Geld für Wohnimmobilien auf den Tisch legen als im II. Quartal 2019. Im Vergleich zum I. Quartal 2020 lagen die Häuserpreise in den Monaten April bis Juni um rund zwei Prozent höher. Betroffen von den Preiserhöhungen waren sowohl Bestandsimmobilien als auch Neubauten.

Hauspreise steigen schneller als Wohnungspreise

Mit der Preisentwicklung setzt sich der bereits über mehr als ein Jahrzehnt bestehende Trend zur Verteuerung von Wohnimmobilien fort. Wer als Wohneigentum ein Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus in einer der sieben deutschen Topmetropolen erwerben möchte, muss mit einer höheren Teuerungsrate (6,5 Prozent Steigerung binnen Jahresfrist) als die Interessenten für Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern rechnen. Bei den Eigentumswohnungen schlägt im II. Quartal 2020 eine Preissteigerung von 6,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal im Jahr 2019 zu Buche. Insgesamt fällt die Erhöhung der Kaufpreise für Wohnimmobilien in Großstädten ab 100.000 Einwohner mit 7,3 Prozent bei Eigenheimen und 8,2 Prozent bei Eigentumswohnungen sehr kräftig aus.

Immobilienpreise im II. Quartal 2020 zeigen erste Folgen der Coronakrise

Der Trend zum Wohnen im Grünen im Umfeld der größeren Städte hat durch die Coronakrise einen kräftigen Schub bekommen. Vielen Familien scheint sehr bewusst zu sein, dass die Gefahr einer Ansteckung in den dicht besiedelten Städten größer als in ländlichen Regionen mit guten Infrastrukturen ist. Das belegen auch die vom RKI veröffentlichten Zahlen. Die Quote der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in dünn besiedelten Bundesländern (beispielsweise Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) signifikant niedriger als in dicht besiedelten Bundesländern wie die Stadtstaaten und Nordrhein-Westfalen. Es muss deshalb nicht wundern, dass die Preise für Einfamilienhäuser in ländlichen Regionen mit 8,9 Prozent die mit Abstand höchste Teuerung im II. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal aufweisen.

Steigerung der Baupreise schwächt sich ab

Seit dem ersten Quartal 2018 betrug die Erhöhung der Baupreise im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal stabil über 4 Prozent. Ein Spitzenwert wurde im I. Quartal 2019 mit 5 Prozent bei den Baupreisen für gewerbliche Betriebsgebäude erreicht. Im IV. Quartal 2019 ging die Steigerung der Kosten für Neubauten auf Werte von 3,8 Prozent bei Wohngebäuden und Betriebsgebäuden sowie 3,9 Prozent bei der Neuerrichtung von Bürogebäuden zurück. Diese Tendenz blieb bis zum II. Quartal 2020 erhalten. Das Statistische Bundesamt weist für diesen Zeitraum 3 Prozent höhere Preise für Wohngebäude und um 3,1 Prozent gestiegene Baukosten für Gewerbegebäude aller Art aus. Ein Grund dafür dürfte das rückläufige Auftragseinkommen im Baugewerbe sein. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen vom Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging das (reale und bereinigte) Auftragsaufkommen im Juli 2020 nach offiziellen Angaben um 4,9 Prozent zurück. Auch bei der Berücksichtigung saisonaler Schwankungen blieben die Auftragseingänge weit unter dem Volumen von Juli 2019.

Quelle: Statistisches Bundesamt