24-Stunden-Kita in NRW geplant

In Nordrhein-Westfalen plant man jetzt, Kindertagesstätten (Kitas) 24 Stunden lang zu öffnen. Die Öffnungszeiten sollen in Einzelfällen massiv ausgeweitet werden, damit auch Eltern, die in Nachtschicht arbeiten müssen, eine Chance auf die Kinderbetreuung haben.

Wichtig ist dem Düsseldorfer Familienministerium bei der Ankündigung, dass es nicht um eine flächendeckende Änderung der Kita-Öffnungszeiten geht. Auch wolle man nicht dafür sorgen, dass Eltern ihre Kinder rund um die Uhr irgendwo abgeben können, um mal wieder zu Hause in Ruhe durchschlafen zu können. Vielmehr soll Eltern geholfen werden, die eben auch in Nachtschicht arbeiten (müssen). Die 24-Stunden-Kitas sollen sich ausschließlich an Eltern in Schichtarbeit richten.

Erste 24-Stunden-Kita in Schwerin

Die erste bundesweite 24-Stunden-Kita öffnete ihre Pforten übrigens schon vor neun Jahren – und zwar in Schwerin. Seither werden vom Bund immer mehr 24-Stunden-Kitas gefördert, wobei es in Nordrhein-Westfalen bisher kein einziges Angebot dieser Art gab.

Wie ein Ministeriumssprecher weiter erklärte, plane man auch nur, einzelne Einrichtungen an bestimmten Orten 24 Stunden am Tag zu öffnen. Denkbar sei etwa eine 24-Stunden-Kita im Umfeld von Unikliniken, in denen das Personal ebenfalls rund um die Uhr arbeiten muss. Allerdings betonte er weiter, dass die Kinder auch in diesen Einrichtungen nicht länger als neun Stunden bleiben sollen und auch nur dann dort übernachten sollen, wenn die Eltern nachts arbeiten müssen.

Kinderbildungsgesetz NRW

Die Einführung vereinzelter 24-Stunden-Kitas in NRW soll in die Reform des Kinderbildungsgesetzes fallen. Joachim Stamp, Familienminister in NRW, hat bereits vor einem Jahr die Initiative angekündigt und wollte damit zum einen die Qualität der Kita-Versorgung verbessern, aber auch die Personalausstattung in den Einrichtungen. Den Gesetzentwurf will Stamp bereits im Januar 2019 vorlegen, das Gesetz soll schließlich zum in Kraft treten.

Quelle: AFP