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Zika-Virus: Mücke kommt in den USA an

In der Regel infizieren sich Amerikaner mit dem Zika-Virus auf Reisen, in selteneren Fällen auch beim Geschlechtsverkehr. Doch seit kurzem besteht auch die Möglichkeit, sich durch den Stich einer infizierten Mücke anzustecken. Es kam jetzt erstmals nachweislich zu einer Übertragung des gefürchteten Virus durch Mückenstiche, wie der Gouverneur Floridas, Rick Scott, erklärte. Zwar hatten Experten schon länger befürchtet, dass die infizierten Mücken eines Tages auch die USA erreichen könnten, dass es nun aber doch so schnell ging, damit hatte kaum jemand gerechnet.

Blutspenden nach Zika-Ankunft in den USA verboten

Um die Infektionen nicht noch weiter zu verbreiten, dürfen Bewohner der Bezirke Miami-Dade und Broward in Florida zunächst kein Blut mehr spenden. Die Anordnung zum sofortigen Stopp aller Blutspenden in diesen Bezirken stammt von der US-Arzneimittelbehörde FDA.

Die FDA kündigte an, das Verbot so lange aufrecht zu erhalten, bis alle Blutspenden tatsächlich auf das Zika-Virus getestet werden können oder man Technologien entwickelt hat, mit denen man das Virus im Blut neutralisieren kann. Neben den Anwohnern der beiden Bezirke in Florida erstreckt sich das Blutspendeverbot auch auf Reisende, die in den letzten Wochen einen der beiden Bezirke besucht haben. Außerdem hat die FDA angrenzende Bezirke in Florida dazu aufgerufen, ebenfalls schnellstmöglich Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Fast 400 Zika-Fälle in Florida bekannt geworden

Dass nun erstmals Mücken das Zika-Virus in Florida übertragen haben, hat auch den US-Präsidenten Barrack Obama auf den Plan gerufen. Bereits am Mittwoch soll er mit Gouverneur Scott telefoniert und ihm die Zusage für Unterstützung durch die Bundesbehörden bei der Eindämmung des Virus gegeben haben. Bisher war das Zika-Virus vorwiegend in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik verbreitet. In Florida sind mittlerweile schon 381 Fälle registriert worden. Allerdings infizieren sich die meisten Betroffenen nach wie vor auf Reisen im Ausland. Auch gehen Experten in Florida davon aus, dass eine ausbrechende Epidemie, wie sie in Brasilien oder Kolumbien auftrat, als unwahrscheinlich gilt.

In der Regel ist das Zika-Virus ungefährlich. Lediglich bei Schwangeren kann die Infektion dazu führen, dass die Babys mit Mikrozephalie, also mit einem sehr kleinen Kopf, geboren werden. Das kann zu Entwicklungsstörungen bei den Kindern führen. Bereits zwölf Kinder, die in den USA zur Welt kamen, waren betroffen.

Quelle: dpa