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Zahlen zeigen: Kaufverhalten ist für leere Regale verantwortlich

A Shopping Cart Trolley

Trotz aller Versicherungen über eine stabile Versorgung gibt es im Handel an einigen Stellen immer wieder leere Regale. Zahlen des Statistischen Bundesamts deckten nun die Ursachen auf.

Für die Zahlen zum Kaufverhalten hat das Statistische Bundesamt Daten ausgewertet, die von den Händlern gesammelt wurden. Die Scannerkassen erfassen jedes Produkt und über die dazugehörige Software können Statistiken zu den Verkaufszahlen einzelner Artikel abgerufen werden. Bei den großen Handelsketten ist das sowohl in den einzelnen Filialen als auch zentral möglich.

Händler wurden von der Nachfrage überrollt

Für die Auswertung verglich das Statistische Bundesamt die Entwicklung des Abverkaufs einzelner Produkte und Produktgruppen in den Kalenderwochen 9 bis 12/2020 mit den Durchschnittswerten aus der Zeit von August bis Dezember 2019. Sie zeigen, dass der Handel gar keine Chance hatte, durchgängig gefüllte Regale zu präsentieren. Bereits in der Kalenderwoche 9/2020 lag der Verkauf von Toilettenpapier um 56 Prozent über den Normalwerten. In der Kalenderwoche 10/2020 wurde 99 Prozent mehr Toilettenpapier als in den letzten fünf Monaten des Jahres 2019 verkauft. In der Kalenderwoche 11/2020 stieg das Plus beim Abverkauf auf 131 Prozent und in der dritten Märzwoche auf 211 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass der Handel sofort auf die steigende Nachfrage reagiert hat. Anders wäre dieses Plus beim Verkaufsvolumen nicht möglich gewesen.

Bei welchen weiteren Artikeln änderte sich das Kaufverhalten?

Am drastischsten fiel das Umsatzplus bei Desinfektionsmitteln aus. In der Kalenderwoche 09/2020 wurden 659 Prozent mehr Desinfektionsmittel als im mehrmonatigen Durchschnitt verkauft. In der Kalenderwoche 10/2020 lag das Umsatzvolumen bei dieser Produktgruppe sogar 751 Prozent über den Normalwerten. Ähnlich präsentierte sich die Lage auch bei Reis und Teigwaren. Beim Reis lieferte die Kalenderwoche 12/2020 mit einem Verkaufsplus von 208 Prozent den Spitzenwert. In der ersten Märzwoche wurden 150 Prozent mehr Teigwaren als im Vergleichszeitraum August bis Dezember 2019 verkauft. Beim Bier gingen die Verkaufszahlen dagegen leicht zurück. Das Minus schwankte zwischen 4 Prozent (KW 11/2020) und 9 Prozent (KW 9 und 10/2020).

Eine Bitte an unsere Leser: Bitte unterlassen Sie Hamsterkäufe! Die genannten Zahlen des Statistischen Bundesamts beweisen, dass die Versorgung vollständig gewährleistet wäre, wenn es keine Hamsterkäufe geben würde. Wer jetzt trotzdem hamstert, trifft genau diejenigen Menschen, die derzeit am dringendsten entlastet werden müssen, nämlich die Fachkräfte in den medizinischen Einrichtungen. Wir sollten diesen Menschen nicht zumuten, nach Feierabend noch in mehrere Supermärkte fahren zu müssen, um alle Waren des täglichen Bedarfs einkaufen zu können!

Quelle: Destatis