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WWF warnt: Corona-Lockdowns begünstigen Waldverluste

einfache Weltkarte

Massive Waldverluste sind besonders in Entwicklungsländern eine Folge der Corona-Lockdowns. Das zeigen Zahlen, die soeben vom World Wide Fund For Nature (kurz WWF) veröffentlicht wurden.

Auf den ersten Blick stellt sich die Frage, wie bei einem drastischen Herunterfahren der Produktion Waldverluste durch Corona-Lockdowns zustandekommen können. Dafür liefern die Experten der Umweltschutzorganisation eine schlüssige Erklärung. Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 fielen große Teile der Kontrollen der Tropenwälder durch Ranger und die Polizei weg. Die Folge war, dass das Ausmaß der illegalen Holzfällerei sprunghaft anstieg. Hinzu kommt, dass die Menschen in den Entwicklungsländern keine Unterstützung beim Wegfall des Einkommens durch die Corona-Lockdowns erhielten. Sie schlossen die Einkommenslücken durch den Verkauf des Holzes von illegal gefällten Bäumen.

Wie hoch schätzt der WWF die durch die Corona-Lockdowns entstandenen Waldverluste?

Insgesamt untersuchten die Experten des WWF die Entwicklung in 18 Regionen mit tropischem Regenwald. Als Datenbasis kamen Satellitenbilder mit hohen Auflösungen zum Einsatz. Bei der Auswertung stellten sie allein im März 2020 einen Waldverlust von rund 645.000 Hektar fest. Im Verhältnis zum Vergleichsmonat der Jahre 2017 bis 2019 ist das ein zusätzlicher Waldverlust von 150 Prozent. Am höchsten fallen mit zusätzlichen 167 Prozent die Verluste bei den Tropenwäldern in Südamerika aus. Den rasanten Anstieg der Waldverluste in afrikanischen Ländern belegen auch Zahlen der University of Maryland. In der Republik Kongo wurden im März 2019 rund 583 Hektar Wald gefällt. Im März 2020 fielen Bäume auf einer Fläche von mehr als 1.787 Hektar den Holzfällern zum Opfer. Das heißt, hier hat sich die pro Monat gerodete Fläche sogar verdreifacht. Ähnliche Entwicklungen fand der WWF auch in der Mehrheit der untersuchten Länder in Asien.

Tropische Regenwälder sind insgesamt gefährdet

Scjon seit den 1950er Jahren sind die Bestände bei den tropischen Regenwäldern rückläufig. Von 1950 bis zum Ende der 1980er Jahre halbierte sich die Regenwaldfläche in den Tropen um etwa 50 Prozent. Der Hauptfeind dieses für die Stabilität des globalen Klimas wichtigen Elements ist der Mensch. Vor allem der Landwirtschaft und der Ausbreitung der Kommunen sowie dem Wachstum von Verkehrsinfrastrukturen fallen kontinuierlich erhebliche Tropenwaldflächen zum Opfer. Zudem bedroht der Klimawandel die Wälder. Das belegt beispielsweise ein Blick auf die verheerenden Waldbrände in jüngster Zeit im Norden von Brasilien. Besonders kritisch sind in diesem Zusammenhang die noch immer üblichen Brandrodungen der Bauern zu betrachten. An anderer Stelle werden die Tropenwälder durch eingetragene Schädlinge bedroht. Das ist beispielsweise in Hawaii der Fall.

Quelle: WWF