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Wohnungsmieten steigen langsamer, bleiben aber auf hohem Niveau

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Die Lage auf dem Immobilienmarkt in Deutschland scheint sich etwas zu entspannen. Die Preisspirale bei Wohnungsmieten verlangsamt sich.

Im Jahr 2019 waren die Wohnungsmieten in Deutschland (Kaltmiete pro Quadratmeter) in den Großstädten bundesweit im Vergleich zum Vorjahr noch um 4,3 Prozent angestiegen. Im Jahr 2020 lag der Anstieg bei 2,9 Prozent. Im Jahr 2021 wurden die Kaltmieten um 2,2 Prozent teurer. Die Verlangsamung der Preisspirale könnte noch deutlicher ausfallen, wenn nicht die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im Bereich Neubau und Umnutzung zurückgegangen wäre. Als Ursachen dafür gibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Linken-Bundestagsfraktion vor allem die Preissteigerungen bei Bauleistungen und Baustoffen sowie die Lieferengpässe an.

Wohnungsmieten in Bayern sind erschreckend hoch

Die mit Abstand höchsten Wohnungsmieten (netto, kalt) wurden im Jahresdurchschnitt 2021 mit 19,27 Euro pro Quadratmeter verlangt. Beim Ranking der höchsten Wohnkosten in Bayern landete Ingolstadt mit 11,86 Euro auf dem zweiten Rang, dicht gefolgt von Regensburg mit 11,31 Euro. Wer in einer der zehn größten bayerischen Städte wohnen wollte, kam mit durchschnittlich 9,12 Euro pro Quadratmeter in Bayreuth noch am besten weg. Bei der Gesamtbetrachtung der Angebotsmieten für das gesamte Jahr 2021 in allen Kommunen in Bayern schlug ein Durchschnitt von 12,32 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Alle Angaben beziehen sich auf normal ausgestattete und unmöblierte Wohnungen mit Größen zwischen 40 und 100 Quadratmetern in mittleren oder guten Wohnlagen.
Am deutlichsten legten die Wohnungsmieten 2021 im Vergleich mit dem Vorjahr in Aschaffenburg zu. Dort schlägt binnen Jahresfrist eine Teuerung um 15,3 Prozent zu Buche. In Schweinfurth stiegen die Kaltmieten pro Quadratmeter zeitgleich um 14,32 Prozent und in Kaufbeuren um 11 Prozent. Auch Amberg-Sulzbach, Bamberg, Cham, Freyung-Grafenau sowie Memmingen, Schwandorf und Wunsiedel lagen kurz unter oder knapp über der 10-Prozent-Marke.

Wie will die Bundesregierung den Anstieg der Wohnungsmieten begrenzen?

Noch im Jahr 2022 soll ein Gesetz zur Verlängerung der Mietpreisbremse auf den Weg gebracht werden. Umfassende Aussagen dazu machte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage nicht. Es scheint bisher lediglich ein Wert festzustehen. In Regionen mit akutem Wohnraummangel darf die Miete in laufenden Verträgen künftig nur noch um 11 Prozent erhöht werden. Bisher ließ die Mietpreisbremse des Bundes dort eine Erhöhung um 15 Prozent zu. Das neue Gesetz zur Begrenzung der Wohnungsmieten soll nach den aktuellen Plänen voraussichtlich bis 2029 gelten.
Zudem wird der Bund den Wohnungsbau auch weiterhin fördern. Allein für das Jahr 2022 wurden 2 Milliarden Euro dafür eingeplant. Insgesamt will der Bund von 2022 bis 2026 rund 14,5 Milliarden Euro in den Bau von Sozialwohnungen mit günstigen Mieten stecken. Weitere Mittel müssen die einzelnen Bundesländer und Kommunen bereitstellen. Anders ist das Ziel der Schaffung von 400.000 Wohnungen pro Jahr nicht erreichbar. Das setzt außerdem voraus, dass die Lieferketten wieder in Gang kommen und der Fachkräftemangel in den handwerklichen Berufen zeitnah behoben werden kann.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 20/2738