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WHO: Luftverschmutzung überschreitet vielerorts noch Grenzwerte

Aerial view smog over a provincial European city

Die WHO-Datenbank zur Luftqualität belegt, dass weltweit die Mehrheit der Menschen gesundheitlichen Risiken allein durch die Atemluft ausgesetzt ist.

Grundlage der WHO-Datenbank zur Luftqualität sind die Daten der von den Ländern und Kommunen betriebenen Messstationen. Dort gibt es eine gute Nachricht, denn die Anzahl der teilnehmenden Länder und Städte ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Inzwischen finden kontinuierliche Messungen der Luftqualität nach den offiziellen Angaben der WHO in 117 Ländern statt. Mehr als 6.000 Städte sind daran beteiligt, wobei in größeren Metropolen mehrere Messstationen betrieben werden. Die genaue Anzahl der Messpunkte gibt die Weltgesundheitsorganisation leider nicht an.

WHO-Datenbank zur Luftqualität zeichnet ein erschreckendes Bild

Als neuen Parameter hat die Weltgesundheitsorganisation die gemessenen Werte für die in der Luft enthaltene Menge von Stickstoffoxid (NO2) aufgenommen. Die hohen Konzentrationen von Stickstoffoxid sind in Kombination mit winzigen Feinstaubpartikeln vor allem ein städtisches Problem. Ursache dafür sind die Abgase von Heizungen, die konventionelle Energielieferanten verwenden. Hinzu kommt das hohe Aufkommen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im innerstädtischen Verkehr. Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur in den Städten, denn die WHO gibt in der Pressemeldung zur aktualisierten Datenbank zur Luftqualität an, dass weltweit rund 99 Prozent aller Menschen gesundheitlichen Gefahren durch die über den Grenzwerten liegenden Schadstoffbelastungen der Luft ausgesetzt sind. Zu den Folgen gehören rund 7 Millionen vermeidbare Todesfälle pro Jahr.

Luftqualität ist vom Durchschnittseinkommen der Länder abhängig

Je reicher die einzelnen Länder sind, desto besser ist die Luftqualität. In Regionen mit überdurchschnittlich hohem Einkommen erfüllen bereits 17 Prozent aller Städte die von der WHO festgelegten Grenzen bei der Schadstoffbelastung. In armen Ländern liegen die Werte der Luftverschmutzung in 99 Prozent der Städte deutlich über den Grenzwerten. In 77 Prozent aller Städte weltweit liegt die durchschnittliche Konzentration von Stickstoffoxid über das Jahr hinweg über den Grenzwerten der neuen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation. In den ärmeren Ländern gab es bisher auch ein Überwachungsproblem. Doch seit dem Jahr 2018 sind in diesen Regionen Messstationen in rund 1.600 Städten hinzugekommen. Deshalb spielt das Thema Luftqualität auch eine wichtige Rolle beim nächsten Weltgesundheitstag. Dieser Aktionstag findet am 7. April 2022 statt.

Das Motto lautet: Schneller Verzicht auf fossile Energieträger

Vor allem die fossilen Energielieferanten Erdgas und Erdöl stehen momentan in mehrfacher Hinsicht im Fokus. Durch den Ukrainekrieg haben sich beide Energieträger drastisch verteuert. Außerdem werden die Forderungen auf den kompletten Verzicht auf die Lieferungen aus Russland immer lauter. Hinzu kommen der Menschen vor den Auswirkungen der davon ausgehenden Schadstoffe auf die Luftqualität sowie der ebenfalls dringend notwendige Klimaschutz. Die WHO benennt als vordringliche Maßnahmen beispielsweise einen Ausbau des ÖPNV zu erschwinglichen Preisen, eine Verbesserung der Fahrzeugstandards, Förderungen für die Umstellung der Haushalte auf saubere Energien sowie eine deutliche Minimierung der Abfallverbrennung bei der Müllentsorgung und in der Landwirtschaft.

Quelle: WHO