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WHO aktualisiert Liste unverzichtbarer Medikamente

Syringes and pills on a blue background. Medicine background

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Liste unverzichtbarer Arzneimittel aktualisiert. Darauf befinden sich all jene Medikamente, die für eine Grundversorgung der Bevölkerung unbedingt notwendig sind.

Auf der aktualisierten Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befinden sich den Angaben zufolge erstmals zwei Medikamente zur Behandlung von Nikotinsucht. Bisher waren dort lediglich Nikotin-Ersatzpräparate aufgeführt, die Rauchern und Raucherinnern zur Verfügung stehen sollten, die von ihrer Sucht los kommen wollten. Bei den neu aufgenommenen Mitteln handelt es sich um Buproprion, das unter dem Handelsnamen Zyban vermarktet wird, und um Vareniclin, das im Handel als Champix bekannt ist. In Deutschland sind beide Mittel zugelassen, allerdings rezeptpflichtig.

WHO Liste wird alle zwei Jahre überprüft

Alle zwei Jahre wird die Liste der WHO aktualisiert. Derzeit sind darin 479 Medikamente für Erwachsene, sowie 350 Arzneimittel für Kinder enthalten. Diese sind nach ärztlicher Einschätzung für die Grundversorgung der Bevölkerung notwendig. Die WHO Liste gilt als Richtschnur für die Gesundheitsbehörden, die Medikamente zulassen oder beschaffen. Auch Regierungen ohne eigene Regulierungsbehörden halten sich daran. Hintergrund ist, dass die WHO die Mittel bereits auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft hat, aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis entsprechend bewertet.

Medikamente mit Patentschutz sind vor allem in ärmeren Ländern für viele Patienten und Patientinnen nach wie vor unerschwinglich, heißt es von der WHO. Dazu gehört auch das für Diabetiker lebensnotwendige Insulin. Ein Diabetiker in Accra, der Hauptstadt von Ghana, muss für einen monatlichen Insulinbedarf im Schnitt fünfeinhalb Tage arbeiten.

Problemfall Insulin

Die WHO erklärte weiter, dass weltweit lediglich drei Hersteller den größten Teil des globalen Marktes für Insulin kontrollieren. Hier fehlt es an Wettbewerb, so dass die Preise weiter hoch bleiben.

Aus eben diesem Grund hat jetzt die WHO lang wirkende Insulinanaloga auf die Liste gesetzt. Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte Proteine, die strukturell eng verwandt mit dem menschlichen Insulin sind. Damit wird es möglich, auch Nachahmerprodukte in diesem Bereich, so genannte Biosimilars, zu prüfen und zu empfehlen. In Deutschland sind solche Produkte ebenfalls bereits zugelassen.

Quelle: dpa