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Wegweisendes Urteil in Südkorea: Hunde sind keine Fleischgerichte | Alltagsmagazin.de

Wegweisendes Urteil in Südkorea: Hunde sind keine Fleischgerichte

In Südkorea ist ein historisches Urteil gefallen. Ein Gericht hat entschieden, dass das Töten von Hunden zum Fleischverzehr illegal ist und den Betreiber einer Hundefarm verurteilt.

Das ist das erste Mal, dass ein solches Urteil in Südkorea gefällt wurde. Verantwortlich dafür ist das Regionalgericht in Bucheon. Tierschützer bezeichnen das Urteil bereits als wegweisend, es könnte sogar den Weg für ein komplettes Verbot des Verzehrs von Hundefleisch ebnen. Das zumindest geht aus einer Mitteilung von Kim Kyung Eun, Anwältin der Tierschutzorganisation Care, zum Urteil hervor.

Hunde auch in Südkorea mehr und mehr zu Haustieren geworden

Zur traditionellen koreanischen Küche gehört Hundefleisch eigentlich dazu, doch in den letzten Jahren kam es immer mehr aus der Mode. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Menschen in Südkorea Hunde immer mehr als Haustiere und weniger als Lebensmittel ansehen. Für die jüngere Generation ist Hundefleisch schon heute tabu.

Rechtlich gesehen befindet man sich damit in einer Grauzone in Südkorea. So ist das Essen von Hundefleisch nicht per se verboten. Allerdings haben die Behörden in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr Wert darauf gelegt, dass Hygienebestimmungen eingehalten und grausame Schlachtmethoden abgeschafft werden. Damit ist man insbesondere vor Großereignissen, wie den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, gegen Hundefarmen vorgegangen. Sie dienen nämlich auch gleichzeitig als Schlachthöfe für die Tiere.

Im jetzt verhandelten Fall in Bucheon hatte die Tierschutzorganisation Care gegen den Betreiber einer Hundefarm geklagt, weil er die Tiere „ohne berechtigten Grund“ getötet habe und gegen Hygiene- und Bauvorschriften verstoßen habe. Das Gericht stimmte den Argumenten der Tierschützer zu. Rechtlich gesehen sei der Fleischverzehr von Hunden kein ausreichender Grund für deren Tötung. Allerdings fiel die Strafzahlung, die das Gericht beschloss, mit 2.300 Euro sehr gering aus.

Kritik von Hundefarmbetreibern

Der Betreiber der Hundefarm hat auf eine Berufung verzichtet, das Urteil ist rechtskräftig. Es wurde bereits im April gefällt, die ausführliche Urteilsbegründung erfolgte allerdings erst jetzt. Kritik an dem Urteil gab es aus der Branche der Hundefarmen. Ein Branchensprecher erklärte im südkoreanischen Fernsehen, dass man „kein Urteil akzeptieren könne, dass das Töten von Hunden zur Fleischerzeugung mit dem Töten eines Tieres aus einer bloßen Laune heraus auf eine Stufe stellt“. Er forderte daher die Regierung auf, für rechtliche Klarheit zu sorgen und den Verzehr von Hundefleisch zu legalisieren.

Rund 17.000 Hundefarmen gibt es derzeit in Südkorea. Gut eine Million Hunde sollen Schätzungen zufolge jährliche verzehrt werden. Der Sprecher ergänzte, dass man auch Hühner, Schweine und Kühe züchte, um sie zu essen und fragte, warum dies nicht auch für Hunde gelten könne.

Quelle: AFP