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Wassermangel und Notfallplan Gas trüben den Ferienspaß in Sachsen

Kids swimming

Die Behörden in Sachsen müssen auf den Notfallplan Gas und den Wassermangel reagieren. Davon ausgehende Einschränkungen betreffen auch Ferienaktivitäten.

Infolge der Coronakrise und der damit verbundenen Schließung vieler Einrichtungen ist die Zahl der Nichtschwimmer unter den Kindern deutlich angestiegen. Nun machen sich der Mangel an Bademeistern sowie die Notwendigkeit der Einsparung von Heizgas und Heizöl negativ bemerkbar. Erste Kommunen in Sachsen haben sich deshalb zur Schließung von Schwimmhallen in den Sommerferien 2022 entschlossen.

Menschen in Dresden müssen auf den Besuch vieler Schwimmhallen verzichten

Nachdem die zweite Stufe beim Notfallplan Gas aktiviert wurde, hat der Bäderbetrieb Dresden mit einer harten Entscheidung reagiert. Ab dem Beginn der sommerlichen Schulferien in Sachsen (letzter Schultag 15. Juli 2022) bleiben in Dresden bis einschließlich 28. August 2022 mehrere Schwimmhallen geschlossen. Das Schwimmen ist in dieser Zeit in den Hallenbädern Klotzsche und Bühlau nicht möglich. Die Zwangsschließung umfasst außerdem das „Elbamare“ sowie die Innenbecken im Georg-Arnold-Bad. Im Trainingszentrum am Freiberger Platz wird der Betrieb der Innenbereiche auf eine Halle reduziert. Die Betreiber der Schwimmhallen werden nach den Angaben des Bäderbetriebs Dresden die Zeit der Zwangsschließung in den Sommerferien nutzen, um Wartungs- und Reparaturarbeiten vorzuziehen. Der Bäderbetrieb Dresden hatte bereits Mitte April mit Sparmaßnahmen auf die sinkenden Gaslieferungen aus Russland reagiert. In den Schwimmhallen wurden die Luft- und Wassertemperaturen um ein Grad Celsius gesenkt.

Kommunen in Sachsen verhängen flächendeckend Wasserentnahmeverbote

In Sachsen steigt die Zahl der Landkreise und Kommunen, die Wasserentnahmeverbote per Allgemeinverfügung ausgesprochen haben. Die Landkreise Meißen und Bautzen hatten die im Dürrejahr 2019 verhängten Wasserentnahmeverbote für Flüsse und Seen nicht aufgehoben, sodass sie unverändert auch weiterhin gelten. Inzwischen mussten mehrere Landkreise nachziehen. In der zweiten Junihälfte kamen Wasserentnahmeverbote in den Landkreisen Nordsachsen und Zwickau sowie dem Vogtland, dem Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und in der Stadt Dresden hinzu. Sie gelten vorerst bis Mitte Oktober 2022. Das heißt, auch private Pools können nicht mit Wasser „von Mutter Natur“ befüllt werden. Wer sich über das Wasserentnahmeverbot in Dresden hinwegsetzt, muss mit einem Bußgeld rechnen, das bei 50 Euro pro Verstoß beginnt. Die Elbe fällt nicht unter das Wasserentnahmeverbot. Allerdings eignet sich das Wasser aufgrund der hohen Schadstoffbelastung auch nicht zur Bewässerung von Feldern, Weinhängen und Gärten.

Niederschlagsmengen in Sachsen deutlich unter langjährigem Mittelwert

Die Folgen der Dürrejahre 2018 und 2019 sind noch lange nicht überwunden. Daran konnten auch die deutlich über dem langjährigen Mittelwert liegenden Niederschlagsmengen im Mai, Juli und August 2021 nichts ändern. Die Grundwasserpegel liegen vielerorts noch unter den Werten vor den beiden Dürresommern. Im September und Oktober 2021 lagen die Niederschlagsmengen in Sachsen nach den Angaben der Weltorganisation für Meteorologie gerade einmal bei rund der Hälfte der normalen Werte. Im Januar und Februar 2022 wurden jeweils 16 bis 17 Liter Regen pro Quadratmeter mehr als das langjährige Mittel verzeichnet. Einen Ausgleich konnte das nicht schaffen, denn bereits ab März brachen die Niederschlagsmengen erneut drastisch ein. Der Durschnitt lag bei 15 Litern pro Quadratmeter, was weniger als ein Drittel der langjährig üblichen 47 Liter pro Quadratmeter bedeutet. Im April 2022 lag das Niederschlagsdefizit in Sachsen bei 17 Litern und im Mai 2022 sogar bei 32 Litern pro Quadratmeter.

Quelle: Bäderbetrieb Dresden, Weltorganisation für Meteorologie, Landratsämter