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Warum sind Wanderstöcke in Deutschland so begehrt?

Group of hikers with backpacks and sticks walking on mountain. Friends making an excursion

Wanderstöcke erfahren seit einiger Zeit eine konstant hohe Nachfrage. Wir sind den dafür verantwortlichen Ursachen auf den Grund gegangen.

Den meisten Menschen dürfte das 1821 geschaffene und 1844 Gedicht bekannt sein, in dem das Wandern als „des Müllers Lust“ bezeichnet wird. Ein Teil des Textes ist in Dresden am Müllerbrunnen auf dem Weiskopf-Platz zu sehen. Er leitet sich ab aus der traditionellen Wanderschaft der Handwerksburschen aller Gewerke. Die Vertonung des Textes von Carl Friedrich Zöllner passt zu einem schnellen Wanderschritt, wodurch das Lied von Wandergruppen aller Art entdeckt wurde. Wie groß das Interesse am Wandern in Deutschland ist, zeigen einige Zahlen.

Wie viele Menschen in Deutschland wandern regelmäßig?

Die Nachfrage für den traditionellen und modernen Wanderstock steht in engem Zusammenhang mit den Resultaten einer Umfrage des AWA-Instituts Allensbach. Danach liegt der Anteil der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland, die gern in ihrer Freizeit oder im Urlaub wandern, seit der Jahrtausendwende konstant bei mehr als 50 Prozent. Rund ein Zehntel der Bevölkerung der Bundesrepublik zählt sich nach der gleichen Umfrage zu den Vielwanderern. Das belegt auch ein Blick auf die Statistik der beliebtesten Urlaubsziele in Deutschland. Dort landete Bayern mit seinen umfangreichen Wandermöglichkeiten im Jahr 2021 auf dem ersten Rang. Baden-Württemberg schaffte es immerhin auf den vierten Platz nach den beiden Top-Regionen für einen Badeurlaub in Deutschland. Für das Jahr 2022 zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Allerdings werden viele Familien in diesem Jahr nicht das eigene Auto zur Anreise nutzen, sondern aufgrund der hohen Kraftstoffpreise in Kombination mit dem 9-Euro-Ticket bevorzugt die nähere Umgebung erkunden.

Laufen mit und ohne Wanderstock hat positive Wirkungen

Das Wandern gehört zu den Ausdauersportarten, die sowohl dem Körper als auch der Seele guttun. Wie umfangreich sie sind, hat der Deutsche Alpenverein zusammen mit der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport untersucht. Die Resultate der Studie weisen vor allem langfristig positive Effekte für die körperliche und seelische Gesundheit aus. Wer dabei hochwertige Wanderstöcke nutzt, profitiert von zusätzlichen Vorteilen. Bergauf verteilt sich die Belastung gleichmäßiger auf Beine und Arme, sodass sehr viele Muskeln trainiert werden. Bergab reduzieren stabile Wanderstöcke die Belastung für die Kniegelenke. Außerdem wird durch die Nutzung optimal angepasster Wanderstöcke die aufrechte Haltung begünstigt, was in der Folge ein tieferes Durchatmen und eine bessere Sauerstoffversorgung bewirkt. Zudem tragen die Stöcke zu einer Verbesserung der Sicherheit beispielsweise bei der Überquerung kleiner Bäche ohne Brücken bei. Die Handschlaufen sind ein Komfortplus, können aber bei Stürzen auf Gelände mit groben Steinen zu einer Gefahr werden. Deshalb raten Experten von einer aktiven Verwendung der Schlaufen bei dieser Terrainart ab.

Wissenswerte Fakten rund um Wanderstöcke

Der Mensch entdeckte den Stock als Unterstützung beim Wandern schon sehr früh. Anfänglich kamen stabile Äste mit einer gut geformten Ast- oder Wurzelgabel als Griff zum Einsatz. Daraus entwickelte sich im 17. Jahrhundert der „Stenz“ für Handwerker auf Wanderschaft. Der Begriff geht auf die ursprüngliche Bezeichnung „Stemß“ zurück. Solche Wanderstöcke „von Mutter Natur“ sind auch heute noch zu haben. Sie werden beispielsweise unter den Bezeichnungen Schäferstock, Hirtenstock oder Wurzelstock angeboten. Die ersten längenanpassbaren Wanderstöcke kamen unter dem Namen Teleskopstöcke in der Mitte der 1970er Jahre heraus. Nach der Jahrtausendwende wurden sogar multifunktionale Wanderstöcke entwickelt. Sie bestehen aus Carbonfasern oder Aluminium und bringen einen abschraubbaren Griff mit. Das dabei eingesetzte Gewinde hat eine Standardgröße (meist ein Whitworth-Gewinde, Viertelzoll), was die Verwendung als Kamerastativ möglich macht.

Quelle: Alpenverein, Deutsches Wanderinstitut, Stiftung für Zukunftsfragen