Vollsperrung im Gotthard-Tunnel

Noch bis etwa 16.00 Uhr soll der Gotthard-Tunnel voll gesperrt bleiben. Grund dafür ist ein schwerer Unfall, bei dem es zwei Tote und fünf Verletzte gab. Ersten Ermittlungen zufolge soll ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen in Richtung Norden von der Fahrbahn abgekommen sein. Auf der Gegenfahrbahn stieß der Kombi mit einem Truck zusammen. Die Vollsperrung ist nicht nur aufgrund der notwendigen Ermittlungs- und Aufräumarbeiten notwendig. Ersten Hinweisen zufolge sollen bei dem Crash auch technische Systeme des Tunnels Schaden genommen haben.

Der Gotthard-Tunnel ist eine wichtige Verkehrsader

Dass beide Fahrtrichtungen nach dem Unfall gesperrt werden mussten, liegt daran, dass der Straßentunnel nur aus einer Röhre besteht. Darin sind die Fahrspuren in jede Richtung nur durch eine Fahrbahnmarkierung voneinander getrennt. Die Verbindung zwischen Airolo und Chiasso wird täglich im Durchschnitt von rund 17.000 Fahrzeugen befahren. In Spitzenzeiten kommen mehr als 34.000 Fahrzeuge pro Tag zusammen. Deshalb wird auch schon seit längerer Zeit über den Bau einer zweiten Röhre nachgedacht. Ein solcher Ausbau käme der Sicherheit zugute, wie auch der aktuelle Unfall zeigt. Eine Kapazitätserweiterung durch die Nutzung von zwei Fahrspuren in jede Richtung ist dabei nicht möglich, denn das lässt die aktuelle Gesetzgebung der Schweiz nicht zu.

Woran scheiterte der Ausbau bisher?

Der Ausbau einer zweiten Röhre für den Fahrzeugverkehr ist in dem Rettungsstollen geplant, der bereits parallel zum Straßentunnel verläuft. Dieser Plan ist den Planungsbehörden in der Schweiz noch zu teuer. Allerdings ist bereits seit 2008 bekannt, dass der Gotthard-Straßentunnel spätestens ab dem Jahr 2020 saniert werden muss. Doch die Sanierung würde eine Vollsperrung für mindestens 2,5 Jahre am Stück oder eine Vollsperrung außerhalb der Hauptsaison über einen Zeitraum von 3,5 Jahren bedeuten. Deshalb wurde in einem Referendum im Jahr 2014 der Ausbau der zweiten Röhre beschlossen. Er soll voraussichtlich 2020 beginnen und 2027 fertiggestellt werden. Damit stünde eine Ausweichstrecke für die Vollsanierung des jetzigen Straßentunnels zur Verfügung. Anschließend soll der Verkehr jeweils einspurig je Richtung durch getrennte Röhren geführt werden.

Quelle: n-tv