Vereinte Nationen warnen: Bauboom bedroht durch Sandbedarf die Umwelt

Vor allem der durch den Bauboom enorm hohe Sandbedarf ist eine erhebliche Gefahr für die Umwelt. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Versammlung der Mitglieder des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervor.

Mit dem Bericht will die UNEP erreichen, dass der Sandbedarf künftig nicht mehr ohne globale Absprachen zum Sandabbau gedeckt wird. Bei den Vereinbarungen soll vor allem der Aspekt der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen.

Sandbedarf ist durch den Bauboom immens gestiegen

In der Zeit von der Jahrtausendwende bis heute hat sich der Sandbedarf der Bauwirtschaft im globalen Maßstab verdreifacht. Aktuell müssen zwischen 40 und 50 Milliarden Tonnen Sand pro Jahr bereitgestellt werden. Für die nächsten Jahre erwartet die UNEP eine weitere Steigerung des globalen Sandbedarfs um mindestens fünf Prozent. Der Bericht der UNEP geht davon aus, dass diese immensen Mengen beim Sandabbau einen entscheidenden Beitrag zu äußerst negativen Umweltauswirkungen leistet. Als konkrete Beispiele benennt der Bericht Dürren, Überschwemmungen und Verschmutzungen natürlicher Gewässer. In den Küstenregionen forciert der Sandabbau die Schäden, welche die natürliche Erosion verursacht.

Zudem wird der Sand von den fließenden Gewässern nicht schnell genug nachgeliefert. Sand besteht aus Sedimenten, die im Gebirge durch die Erosion aus großkörnigen Gesteinen herausgelöst wird. Die Sedimente werden von den Flüssen an die Küsten transportiert. Allerdings funktionieren diese natürlichen Transportwege nicht mehr überall. Dazu trägt der Mensch beispielsweise durch die Stauung von Gewässern bei. Die Folge ist, dass die Küstenlinien vielerorts in Richtung Landesinneres verlagert werden, weil der am Strand entnommene Sand nicht mehr vollständig ersetzt wird. Das heißt, in Zukunft wird dem Sandrecycling ein noch größerer Stellenwert zukommen. Geeignete Technologien stehen bereits zur Verfügung. Sand aus dem Recycling kann beispielsweise beim Bau von Straßen und Wegen zum Einsatz kommen.

Wer muss die Folgen des wachsenden Sandbedarfs tragen?

Der vielerorts komplett unkontrollierte Sandabbau zerstört regionale Ökosysteme. Als Beispiel benennt der Bericht einen signifikanten Rückgang der Krabbenbestände im Mündungsbereich der Flüsse, aus denen im Verlauf der Sand entfernt wird. Stranderosionen gefährden die Tourismuswirtschaft und die Gebäude, die sich in Strandnähe befinden. Fallen Dünen der Sandgewinnung zum Opfer, drohen bei Springfluten und Wirbelstürmen massive Überflutungen. Welche Folgen das haben kann, haben im Jahr 2017 mehrere Hurrikane in der Karibik und im Süden der USA gezeigt.

Quelle: UN Environment