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USA stellen Homöopathie auf den Prüfstand

Die Homöopathie gilt gemeinhin als alternative Heilmethode ohne größere Nebenwirkungen. Dass dem nicht immer so ist, zeigen aktuelle Fälle aus den USA. Dort besteht der Verdacht, dass mehrere Kleinkinder an einem homöopathischen Mittel gestorben sind. Daraufhin gab die US-Arzneimittelbehörde eine Warnung für einige homöopathische Arzneimittel heraus.

Hilfe beim Zahnen durch Homöopathie?

Die Mittel sollten Kindern beim Zahnen die Schmerzen nehmen. Jetzt wird geprüft, ob der Tod von zehn Kleinkindern und 400 Fällen mit deutlichen Nebenwirkungen mit dem Mittel in Verbindung gebracht werden kann. Die Tabletten wurden auf Basis der schwarzen Tollkirsche hergestellt. Diese ist auch als Belladonna bekannt und gilt als giftig. Allerdings verwendet man in der Homöopathie stark verdünnte Substanzen, so dass die Giftstoffe der Pflanze eigentlich nicht mehr nachweisbar sein dürften.

Ersten Analysen zufolge zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Die FDA berichtete nach der Untersuchung mehrerer Tabletten, dass diese doch noch den giftigen Wirkstoff enthielten. Die Tabletten sollen Substanzen genutzt haben, die nicht ausreichend stark verdünnt waren.

Wie gefährlich ist die Homöopathie für Kleinkinder?

Gerade bei Kleinkindern unter zwei Jahren sei die Reaktion auf die Inhaltsstoffe der schwarzen Tollkirsche nicht vorhersehbar. Damit sei auch ein hohes Risiko für Nebenwirkungen verbunden, so eine Sprecherin der FDA. Einen gesundheitlichen Nutzen der jetzt benannten Tabletten stellt die Behörde ebenfalls in Frage.

Doch in Deutschland sieht man das anders. Hier gibt es ein ähnliches homöopathisches Mittel, wobei die zuständige Behörde Entwarnung gibt. Ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erklärte, dass die Regelungen in Deutschland weiter gehen als in den USA. Jedes hierzulande zugelassene Arzneimittel und Medizinprodukt müsse zunächst vom BfArM getestet werden. So könnte auch die Sicherheit homöopathischer Arzneimittel im Vorfeld geprüft werden, eine übermäßige Gefahr gehe von diesen nicht aus. Dementsprechend seien vergleichbare Fälle wie in den USA in Deutschland nicht denkbar.

Quelle: dpa