US-Nationalparks: Wenn das Losglück entscheidet

Die USA sind bekannt für ihre vielen Nationalparks, die eine beeindruckende Natur zeigen. Doch wer dorthin reisen will, muss künftig nicht nur mit höheren Eintrittspreisen rechnen, sondern auch auf das Losglück hoffen.

Insgesamt 59 Nationalparks stehen in den USA zur Auswahl. In den Sommermonaten sind diese aber oft völlig überfüllt. In der Folge sind die Touristen genervt und das Ökosystem, das es eigentlich zu schützen gilt, ist gefährdet.

Preiserhöhungen in vielen Nationalparks

Deshalb hat der US-amerikanische National Park Service schon im April 2018 eine Erhöhung der Eintrittspreise angekündigt. Diese sollen meist um fünf US-Dollar auf in der Regel 35 US-Dollar ansteigen. Die zusätzlichen Einnahmen wolle man verwenden, um den Unterhalt der Nationalparks zu bezahlen. Ab Juni soll die Regelung gelten, dennoch bleibt fraglich, ob das ausreicht, um den Besucheransturm zu regulieren.

Ursprünglich hatte das Innenministerium sogar eine Verdreifachung der Eintrittspreise vorgeschlagen. Allerdings kamen schnell Kritikerstimmen auf, die zu bedenken gaben, dass dann einkommensschwächere Familien komplett vom Besuch der Nationalparks ausgeschlossen würden. Somit zog man den Vorschlag wieder zurück.

Verlosung von Eintrittskarten für Nationalparks

Einige der US-Nationalparks haben deshalb beschlossen, das Losglück entscheiden zu lassen. Wer den Park besuchen will, muss sich rechtzeitig im Voraus schriftlich bewerben und für die Bewerbung eine Gebühr zahlen. Dann entscheidet das Los, ob er die Eintrittserlaubnis bekommt. Im Anschluss werden noch der eigentliche Parkeintritt und die Kosten für eine oftmals vorgeschriebene geführte Tour fällig.

Verlost werden Eintrittskarten etwa beim McNeil River State Game Sanctuary. Der Fluss ist 55 Kilometer lang und liegt im Norden Alaskas. In den Sommermonaten können Besucher hier Braunbären bestaunen, bis zu 150 Exemplare sind am Fluss zu sehen, wo sie Lachs fischen. Allerdings sind vom nur zehn Besucher pro Tag zugelassen. Die Bewerbungsgebühr für den Eintritt, das Campen vor Ort, den Besuch des Reservats und die geführte Bärenbeobachtungstour beträgt 30 US-Dollar. Hinzu kommt der eigentliche Eintrittspreis von 525 US-Dollar, wobei Camping und begleitete Bärenbeobachtung inklusive sind.

Günstiger kann man in die Coyote Buttes gelangen. Die bizarr geformten Wellen im Wüstengebirge Coyote Buttes an der Grenze zwischen Arizona und Utah sind sehr fragil. Zu viele Besucher würden sie zerstören, so dass pro Tag lediglich 20 Besucher erlaubt sind. Insgesamt zehn Plätze werden dabei online, weitere zehn Plätze vor Ort verlost. Die Bewerbungsgebühr beträgt fünf US-Dollar, der Eintritt noch einmal sieben US-Dollar.

Eine der bekanntesten US-Attraktionen ist der Grand Canyon. Knapp fünf Millionen Besucher zählt der Nationalpark pro Jahr. Die meisten Besucher des Parks in Arizona bewundern von den steil abfallenden Kliffrändern aus, wie sich der Grand Canyon seinen Lauf gegraben hat. Wer aber auf dem Fluss mit dem Schlauchboot treiben will, muss sich bewerben. Bis 2012 musste man auf die Erlaubnis bis zu 27 Jahre lang warten, seither entscheidet die Lotterie über die Trips, die zwölf bis 25 Tage dauern und auf 460 Lizenzen pro Jahr beschränkt sind. Die Bewerbungsgebühr beträgt dabei 25 US-Dollar, hinzu kommt eine Kaution zwischen 200 und 400 US-Dollar, abhängig von der Länge des Trips.

Auch im bekannten Yosemite Park muss man sich dem Losglück stellen – zumindest wenn man die Half Dome Wanderung unternehmen will. Die 27 Kilometer lange Rundwanderung ist ausschließlich zwischen Mai und Oktober erlaubt, wenn die Klettersteige und Pfade auf dem Half Dome gewartet werden. Allerdings sind nur 300 Wanderer täglich auf dem Gipfel zugelassen. Die Bewerbungsgebühr beträgt zehn US-Dollar und wird verdoppelt, wenn das Losglück dem Bewerber hold war. Hinzu kommt der Eintrittspreis von 35 US-Dollar, der ab Juni 2018 gilt.

Wer sich für einen Besuch der Denali Road, einer der beliebtesten Straßen Alaskas entscheidet, muss auch aufs Losglück hoffen. Die 150 Kilometer lange Straße besticht mit landschaftlicher Schönheit und wilden Tieren, die von hier aus zu beobachten sind. Aufgrund dessen wurde die Straße in der Hochsaison von bis zu 2.000 Autos befahren. Das waren zu viele, wie die Parkbehörde befand und limitierte die Zahl der Wagen auf 400 pro Tag. Dabei sind die kommerziellen Reisebusse bereits enthalten, so dass nur 1.600 Lizenzen für Privatfahrer pro Jahr vergeben werden. Wer sich dafür bewerben will, muss eine Gebühr von 15 US-Dollar zahlen und zusätzlich 25 US-Dollar Eintritt, wenn er die Lizenz gewonnen hat.

Aber keine Sorge: Zwei Drittel der US-Nationalparks sind immer noch gratis zu besuchen und es braucht auch kein Losglück, um Zutritt zu erlangen.

Quelle: kry