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Unrat in den Ozeanen – Studie der University of Georgia

Wie groß der „Fußabdruck“ ist, den der Mensch auf der Erde jetzt schon hinterlassen hat, wird nicht nur am Klimawandel und der Ausrottung einiger Pflanzen und Tierarten deutlich. Eine aktuelle Studie der University of Georgia belegt, welche Gefahren inzwischen von dem Unrat ausgehen, mit denen der Mensch die großen Ozeane belastet hat. Vor allem Plastikabfälle spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die erschreckenden Zahlen zum Plastikmüll in Ozeanen

Die Hochrechnungen der Wissenschaftler rund um Jenna Jambek belegen, dass in jüngster Zeit pro Jahr durchschnittlich rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen landeten. Die Tendenz ist steigend, sodass für 2015 sogar ein Eintrag von mehr als neun Millionen Tonnen Plastikmüll erwartet wird. Das bedeutet, dass pro Meter Küstenlinie etwa 15 handelsübliche Einkaufstüten mit Plastikmüll im Meer landen. Die meisten Plastikabfälle in den Ozeanen stammen aus Indonesien, China und von den Philippinen. Die Industriestaaten der Europäischen Union landen mit ihren Durchschnittswerten auf Platz 18 der Rangliste der schlimmsten Verschmutzer der Ozeane. Auf Platz 20 finden sich die Vereinigten Staaten. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe der University of Georgia korrespondieren mit den Zahlen anderer Studien, die beispielsweise vom National History Museum London sowie der amerikanischen Sea Education Association durchgeführt wurden.

Wie kommt der Plastikmüll in diesen Mengen in die Ozeane?

Das Hauptproblem bei der Verschmutzung der Ozeane mit Plastikmüll sind Defizite bei der Entsorgung. Das beginnt bereits bei der Trennung des Abfalls in den Haushalten. Oft gelangt Plastikmüll in den Restmüll, der dann bis zur Verarbeitung auf offenen Deponien gelagert wird. Dort sorgt der Wind dafür, dass der Plastikmüll in die Flüsse geweht und von diesen in die Ozeane getragen wird. Außerdem kommt zum Tragen, dass Plastik ein sehr beständiges Material ist. Die Zersetzung dauert mehrere Jahrzehnte. Die wichtigsten Fundorte sind die großen Strudel in den Ozeanen. Auch gehen die Forscher davon aus, dass sich der Plastikmüll auf den Böden der Ozeane in Form von Sedimenten ablagert. Die Zerfallsprodukte werden von den Lebewesen in den Ozeanen aufgenommen und können jetzt schon bei Fischen und Muscheln nachgewiesen werden.

Quelle: Focus