Unmenschlich oder ethisch? Vergewaltigte 10-Jährige muss Baby austragen

Aktuell sorgt ein Urteil des obersten Gerichtshofs in Indien für Schlagzeilen. Dieser verurteilte schon in der letzten Juliwoche ein zehnjähriges Mädchen dazu, das Baby auszutragen, das bei mehrfachen Vergewaltigungen gezeugt worden war. Nach den Angaben der lokalen Behörden gegen über dem Nachrichtensender BBC weiß das Opfer nicht einmal, dass eine Schwangerschaft besteht. Diese war entdeckt worden, nachdem das Mädchen mehrfach über Bauchschmerzen geklagt hatte. Nachdem die Diagnose feststand, reichten die Eltern eine Petition beim obersten Gerichtshof in Indien ein, um eine Ausnahmegenehmigung für eine Abtreibung zu bekommen. Die Ausnahmegenehmigung wurde verweigert.

Wie begründete die indischen Richter ihr Urteil?

Vor der Entscheidung ist nach der Begründung der indischen Richter ein Gremium aus Fachärzten befragt worden. Diese hatten das Mädchen und das ungeborene Kind untersucht. Das Ergebnis war, dass sie einschätzten, die Zehnjährige sei gesundheitlich in der Lage das Kind auszutragen. Ein Schwangerschaftsabbruch in einem so späten Stadium wäre mit erheblichen Gefahren für die werdende Mutter verbunden. Das Mädchen befindet sich mittlerweile in der 32. Schwangerschaftswoche. Abtreibungen sind nach den in Indien geltenden Gesetzen bis zu 20. Schwangerschaftswoche erlaubt. Die Familie und die Betreuer der lokalen Behörden müssen nun die Herausforderung meisten, dem Vergewaltigungsopfer möglichst schonend beizubringen, was mit ihr gerade passiert.

Wie kam es bei der 10-Jährigen zu der Schwangerschaft?

Das im Norden Indiens in Chandigarh lebende Mädchen wurde von einem Mitglied ihrer eigenen Familie über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder vergewaltigt. Dennoch soll sie auf ihre Umgebung wie ein lebensfrohes Kind gewirkt haben. Bekannte gaben BBC gegenüber lediglich an, dass sie etwas verschlossen und schüchtern auftrat. Der Vergewaltiger wurde inzwischen in Gewahrsam genommen. Er muss bis zur Strafverhandlung in Untersuchungshaft bleiben. Wie die 10-Jährige von ihrem Kind entbunden werden soll, ohne dass es sich für sie zu einem weiteren Alptraum gestaltet, wurde nach offiziellen Angaben bisher noch nicht entschieden.

Quelle: BBC