Paris: Auto fährt in Pizzeria und tötet 13-Jährige

Im Departement Seine-et-Marne, im Örtchen Sept-Sorts, ca. 60 Kilometer von Paris entfernt, ist gestern Abend ein Auto in eine Pizzeria gefahren. Dabei wurde ein 13-jähriges Mädchen getötet, wie Pierre-Henry Brandet, Sprecher des Innenministeriums, bestätigte. Zuvor war zwar noch ein anderes Alter des Mädchens genannt worden, was Brandet jedoch revidierte. Die Zahl der Verletzten variierte zunächst auch noch, Brandet aber sprach am Ende von vier schwer und acht leicht Verletzten.

Fahrer wurde bereits festgenommen

Unter den Schwerverletzten soll auch der kleine Bruder des getöteten Mädchens gewesen sein. Er soll noch in Lebensgefahr schweben. Der Fahrer des Wagens, der in die Pizzeria gerast ist, wurde nach Polizeiangaben festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits eine Untersuchung wegen der vorsätzlichen Tötung mit einer Waffe eingeleitet. Der stellvertretende Staatsanwalt von Meaux, Eric de Valroger, gab an, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass der Fahrer des Wagens absichtlich gehandelt habe.

Von der französischen Nachrichtenagentur AFP hieß es, dass erste Aussagen des Verdächtigen auf einen terroristischen Hintergrund schließen lassen. Dabei berief sich die Nachrichtenagentur auf Justizkreise. So habe der junge Mann erklärt, dass er erfolglos versucht hätte, sich das Leben zu nehmen und es auf diese Art noch einmal versucht hatte.

Fahrer von Paris war bisher nicht auffällig

Der 1985 geborene Mann ist bislang nicht auffällig geworden. Weder Polizei, noch Geheimdiensten war er bekannt, wie Brandet weiter mitteilte. Jetzt ginge es darum, dass die Ermittler herausfinden, aus welchem Motiv der 32-Jährige gehandelt hat. Fakt ist aber, dass er sich festnehmen ließ, ohne Widerstand zu leisten. Auf Twitter konnte man zeitweise Fotos sehen, die einen silbernen Wagen zeigten, der nahezu vollständig in der Pizzeria stand.

Dabei ereignete sich der gestrige Vorfall vor dem Hintergrund einer ohnehin angespannten Sicherheitslage in Frankreich. Es kam bereits zu zahlreichen Anschlägen, so dass man den Ausnahmezustand erklärt hatte. Erst letzte Woche war ein Mann in einem Pariser Vorort in eine Gruppe Soldaten gefahren. Auch hier haben die Anti-Terror-Ermittler ihre Arbeit aufgenommen, allerdings sind die konkreten Hintergründe noch nicht bekannt. Den Fahrer konnte man wenige Stunden nach der Tat auf der Autobahn stoppen, allerdings wurde er dabei verletzt.

Quelle: AFP