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UEFA EURO 2020: Klimaschützer üben herbe Kritik

Fussball

Die Play-offs der Qualifikation zur UEFA EURO 2020 werfen ihre Schatten voraus. Bei den Fußballfans macht sich schon Vorfreude breit, doch die Kritiken der Klimaschützer nehmen die Organisatoren ins Visier.

Die Hauptkritik an der Organisation der UEFA EURO 2020 richtet sich gegen die Verteilung der Spiele in zwölf verschiedene Stadien in unterschiedlichen Regionen Europas. Klimaschützer befürchten, dass allein durch die Reisen der Fans gravierende Klimabelastungen entstehen.

Verteilung der Spiele der UEFA EURO 2020 ist ökologischer Unfug

Dieses Statement stammt unter anderem von Karima Delli. Die Französin zählt sich zu den Grünen in Frankreich uns ist aktuelle Vorsitzende des für Tourismus und Verkehr zuständigen Ausschusses des Europaparlaments. Sie betont, dass die Demonstration der Einigkeit Europas nicht zu Lasten des Klimas gehen darf. Die größte Distanz zwischen zwei Austragungsorten der UEFA EURO 2020 beläuft sich auf rund 5.200 Kilometer (Fahrt über die E373 und M07) und findet sich zwischen Dublin und Baku. Die mehr als 60-stündige Autofahrt würde sich wohl kaum ein Fußballfan antun. Das heißt, die meisten Fans werden stattdessen fliegen. Klimafeindliche CO2-Emissionen sind in beiden Fällen immens und wären durch die Konzentration aller Spiele der UEFA EURO 2020 im Fußball in einem Land zu einem großen Teil vermeidbar. Für die Fahrten zwischen den Stadien in einem Land oder zwei benachbarten Ländern wäre die Eisenbahn eine klimafreundliche Alternative.

Die Organisatoren weisen die Kritik an der UEFA EURO 2020 zurück

Die UEFA sieht die Europameisterschaften im Fußball 2020 dagegen als ökologisch unbedenklich an. Die Organisatoren verweisen darauf, dass für die UEFA EURO 2020 lediglich ein Stadionneubau erforderlich war. Allein die daraus resultierenden Einsparungen von Energie und Klimabelastungen durch den Bau würden die durch Fanreisen verursachten CO2-Emissionen kompensieren. Zum Vergleich: Für die Fußball-WM 2022 in Katar sind acht Neubauten und Modernisierungen von Stadien erforderlich. Außerdem wären die Gruppenspiele der Europameisterschaft bewusst in die Länder gelegt worden, von denen bekannt ist, dass besonders viele Fans mit den Nationalmannschaften mitreisen. Die transportbedingten CO2-Ausstöße bei der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft schätzt die UEFA auf rund 425.000 Tonnen. Das wäre ein knappes Drittel des Werts, der für die Fußball-WM 2018 in Russland ermittelt wurde. Zudem verweist die UEFA auf den Plan, in allen an der UEFA EURO 2020 beteiligten Ländern jeweils 50.000 Bäume zur Kompensation der Umwelt- und Klimaauswirkungen zu pflanzen.

Quelle: AFP, UEFA