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Statistik Studienberechtigte fällt regional sehr unterschiedlich aus

Three students sitting together at their working place, writing with pencils and studying scientific

Auf welche Ursachen ist die gestiegene Anzahl studienberechtigte junge Menschen in Deutschland im Jahr 2021 zurückzuführen? Wir haben genauer geschaut.

In Deutschland weist die Statistik für studienberechtigte Schüler/-innen für das Jahr 2021 einen Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Allerdings ergeben sich deutliche regionale Unterschiede, wobei vor allem die Entwicklung in Niedersachsen mit einem Plus von 92,6 Prozent signifikante Auffälligkeiten zeigt. Das Bundesamt für Statistik bezeichnet sie deshalb in seinem Zahlenmaterial wörtlich als „Sonderentwicklung“. Der Grund ist die Rückkehr zu neun Schuljahren an den Gymnasien. Dadurch fiel die Zahl der Abgänger/-innen an den Gymnasien im Jahr 2020 dort extrem niedrig aus.

Auffälligkeiten bei der Studienberechtigung auch in anderen Bundesländern

Bei der Zahl der studienberechtigten Schulabgänger/-innen fällt auch Hessen mit einem Minus von 10,2 in der Statistik des Jahres 2021 auf. Dort haben Schülerinnen und Schüler neuerdings die Wahl bei der Frage, ob sie acht oder neun Jahre an einem Gymnasium lernen möchten. Ein erheblicher Teil der Betroffenen hat sich für den neunjährigen Gymnasiumsbesuch vor dem Ablegen der Abiturprüfungen entschieden. In anderen Bundesländern flossen keine aktuellen Zahlen in die Statistik ein. Dabei handelt es sich um die besonders stark von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Das heißt, das dortige Minus von 2,0 Prozent (NRW) und 3,9 Prozent (RP) dürfte im Nachhinein noch einmal korrigiert werden.

Deutliches Ost-West-Gefälle bei der Zahl der Studienberechtigten

In den fünf östlichen Bundesländern inklusive Berlin wurde für 2021 ein Minus von 1,4 Prozent bei der Entwicklung der Anzahl der studienberechtigten Schülerinnen und Schüler ermittelt. Die westlichen Bundesländer verzeichnen dagegen ein Plus von 4,4 Prozent. Ursache für diese Differenz ist Niedersachsen. Die größte absolute Anzahl von Schulabgänger/-innen mit Hoch- und Fachschulreife weist mit rund 93.000 Nordrhein-Westfalen auf. Das ist auch in der Tatsache begründet, dass es sich bei NRW um das bevölkerungsreichste Bundesland handelt. Die Ränge belegen Baden-Württemberg mit rund 62.000 und Bayern mit etwas 56.000 Schüler/-innen mit der Berechtigung, ein Fachschulstudium oder Hochschulstudium zu beginnen. Bundesweit gab es 2021 rund 395.000 studienberechtigte Schulabgängerinnen und Schulabgänger.

Weitere Daten und Fakten rund um studienberechtigte Jugendliche in Deutschland

Der Frauenanteil unter den Studienberechtigten ist leicht gestiegen (2020 = 53,7 Prozent, 2021 = 54,1 Prozent). 79,6 Prozent erlangten 2021 die allgemeine Reife für den Besuch einer Hochschule. Die verbleibenden 20,4 Prozent durften sich über den Erfolg einer Fachhochschulreife freuen. Bei rund 66,6 Prozent der jungen Menschen mit Studienberechtigung handelte es sich um Abgänger/-innen einer allgemeinbildenden Schule. 33,4 Prozent erwarben die Nachweise für die Studienzulassung an einer Berufsschule.

Quelle. Statistisches Bundesamt