Seilbahn Zugspitze nach Zwischenfall außer Betrieb

Am Abend des 12. August 2018 musste die Seilbahn Zugspitze den Betrieb einstellen. Glücklicherweise wurden bei dem Zwischenfall keine Menschen verletzt. Allerdings ist ein erheblicher Sachschaden entstanden, der umfangreiche Reparaturen erfordert.

Der Zwischenfall an der Seilbahn Zugspitze ereignete sich nicht während des regulären Betriebs, sondern es kam zu einer Panne bei einer Übung. Solche Übungen werden regelmäßig durchgeführt, damit im Ernstfall den bei einer Havarie in den Gondel festsitzenden Passagieren schnellstmöglich und sicher geholfen werden kann.

Was ist an der Seilbahn Zugspitze genau passiert?

In einem offiziellen Pressestatement teilten die Betreiber der Seilbahn Zugspitze mit, dass es bei einem der für Bergungen eingesetzten Werkzeuge zu einem Defekt kam. Dieser Defekt löste eine Reihe weiterer Schäden aus. Sie sorgten am Ende dafür, dass der von den Sicherheitskräften für die Übung verwendete Bergewagen in eine der Gondeln der Seilbahn Zugspitze knallte. Diese Gondel war glücklicherweise zum Zeitpunkt des Zwischenfalls unbesetzt. Anderenfalls hätte es mit hoher Wahrscheinlichkeit Verletzte gegeben, denn an der Gondel entstand genau wie am Bergewagen ein erheblicher Sachschaden.

Momentan stehen die Betreiber vor der Herausforderung, die havarierte Gondel zuerst einmal bergen zu müssen. Allein schon das dürfte sich als sehr schwierig erweisen. Zuvor muss allerdings noch der genaue Hergang des Zwischenfalls geprüft werden, um eine Wiederholung zu vermeiden. Insider gehen davon aus, dass bis zur neuerlichen Inbetriebnahme der Seilbahn zur Zugspitze mehrere Wochen bis Monate vergehen könnten. Bis dahin ist die Zugspitze jedoch nicht unerreichbar, denn als Alternativen stehen die Gletscherbahn und die altbewährte Zahnradbahn zur Verfügung.

Wissenswerte Fakten rund um die Seilbahn Zugspitze

Die Seilbahn Zugspitze gehört zur Kategorie der Pendelbahnen und ist dort sogar ein Rekordhalter. Sie ist weltweit der Spitzenreiter beim größten Höhenunterschied, der in einer Sektion überwunden wird. Er liegt bei fast 2.000 Metern. Die Seilbahn hat lediglich eine Stütze. Auch sie ist ein Rekordhalter, denn sie landet mit ihren 127 Metern Höhe weltweit auf dem ersten Platz bei den höchsten Stützen in Stahlbauweise. Die Seilbahn Zugspitze hat einige Besonderheiten. Dazu gehören beispielsweise die verschiebbaren Bahnsteige an der Talstation und der Bergstation. Die sogenannten Seilreiter machen einen Betrieb sogar bei erheblichem Seitenwind möglich. Bei den Tragseilen gibt es erhebliche Reserven. Sie dienen dazu, die Tragseile zur Reduzierung der punktuellen Belastung stückweise zu verschieben. Dadurch kann die Notwendigkeit eines kompletten Austauschs der Tragseile erheblich hinausgezögert werden. Die erst im Dezember 2017 eröffnete Seilbahn Zugspitze verwendet zwei Kabinen für jeweils 120 Personen, die gegenläufig fahren. Bei der rund zehnminütigen Fahrt werden Geschwindigkeiten bis zu 10,6 Metern pro Sekunde erreicht. Das entspricht einer Geschwindigkeit von rund 38 Kilometern pro Stunde.

Quelle: AFP, Bayerischer Rundfunk