Restauration der Jahn-Orgel der Klosterkirche Riesa abgeschlossen

Ab September 2018 wird der Klang der Jahn-Orgel in der Klosterkirche Riesa die Gläubigen und auch die Musikfreunde wieder erfreuen. Das erste Konzert mit der restaurierten Orgel wird es am 1. September 2018 geben.

Für die Restauration der Jahn-Orgel der Klosterkirche Riesa war eine Summe von 300.000 Euro kalkuliert worden. Doch es musste mehr erneuert werden, als ursprünglich gedacht war. Deshalb kam eine Rechnung von 335.000 Euro zusammen. Für Teile der Mehrkosten hofft der Orgelverein derzeit noch auf Spenden.

Wissenswerte Fakten zur Klosterkirche Riesa

Das Kloster selbst wird mit dem Namen „Reszoa“ im Jahr 1119 erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Klosterkirche fiel im Jahr 1243 einem Feuer zum Opfer. Die Klosterkirche Riesa wurde nach eine fast zwei Jahrzehnte dauernden Bauzeit im Jahr 1261 eröffnet. Teile dieses Bauwerks sind an der Kirche „St. Marien“ noch erhalten, obwohl es im frühen 15. Jahrhundert weitere Brandschäden gab. Die einst integrierten Emporen wurden bei Umbauarbeiten im Jahr 1909 entfernt. Bei diesem Umbau erhielt die Klosterkirche auch die heute noch vorhandenen Rundbogenfenster. Die alten Glocken aus dem 15. Jahrhundert wurden im Jahr 1866 ausgetauscht. Die neuen Glocken fielen dem Materialbedarf während des I. Weltkriegs zum Opfer. Seit 1924 besitzt die Klosterkirche Riesa nur noch eine Glocke. Besucher bewundern vor allem den Altar aus dem frühen 17. Jahrhundert und den Taufstein, der es auf ein Alter von fast vier Jahrhunderten bringt.

Was macht die Orgel in der Klosterkirche Riesa so besonders?
Die Jahn-Orgel wurde im Jahr 1848 in die Westseite des Kirchenschiffs integriert. Die Klänge der unter Denkmalschutz stehenden Orgel stammen aus 1.460 Pfeifen. Mit der aktuellen Restauration wurde sie wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt. Dabei wurden alle Umbauarbeiten der letzten Jahrzehnte rückgängig gemacht. Beim ersten öffentlichen Konzert mit der restaurierten Jahn-Orgel in der Klosterkirche Riesa am 1. September 2018 wird Joachim Jänke am Manual des Instruments sitzen. Die Orgel wurde von Friedrich Nicolaus Jahn konzipiert, gebaut und in die Klosterkirche integriert. Zu den Meilensteinen seiner Produktion gehören auch Erweiterungen bestehender Orgeln. Beispiele dafür sind die Orgeln der alten Dresdner Frauenkirche und der Paulinerkirche in Leipzig. Die einzige Jahr-Orgel, die bis heute in komplett unveränderter Form erhalten geblieben ist, befindet sich in der Kapelle des Johannisfriedhofs im Dresdner Stadtteil Tolkewitz.

Quelle: Stadtmagazin Riesa, kirche-riesa.de